„Wege in die Welt gewiesen“

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Hans-Murphy-Stieg: Das Straßenschild ist ein Geschenk Hamburger Journalisten zum Eintritt in den Ruhestand

Hans Murphy wirkte für Völkerverständigung und organisierte legendäre Reisen

Von Reinhard Meyer

Rahlstedt Hans Murphy, hoch anerkannter Wegbereiter eines modernen, auf Entdeckerfreuden angelegten Tourismus in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg, feierte in der Parkresidenz seinen 95. Geburtstag.

Prominente Weggefährten wie Eberhard Möbius, ehemaliger Eigentümer und Intendant des Theaterschiffes, und Gert Prantner, langjähriger Hoteldirektor des Vier Jahreszeiten, ließen es sich nicht nehmen, ihm zu diesem besonderen Geburtstag zu gratulieren.
Mehr als 50 Jahre war Hans Murphy für Hapag Lloyd und ihre Vorgänger im Tourismus tätig. „Ich habe ein sinnerfüllendes Leben gehabt“, sagt er.

Rückblick

1938 meldete ihn sein Vater bei der Hamburg-Amerikalinie zur Lehre als Reisebürokaufmann an. Damals, als junger Mann, hatte er selbst keine Vorstellungen von seinem Berufsziel, aber schnell begriff er: „Dies ist mein Beruf – ich will keinen anderen.“ Nach vier grausam-mörderischen Jahren als Wehrmachtssoldat in Russland und auf Sizilien setzte er seine berufliche Tätigkeit Ende 1945 fort und organisierte 1946 eine Sylt-Reise mit 120 Reisenden. 1948 fuhr der 1. Touropa-Sonderzug unter seiner Leitung nach Ruhpolding.
Hans Murphy hatte immer die Nase vorn, sehr oft den richtigen Riecher: „Ich wollte den Menschen die Welt zeigen“. Es folgten die ersten Schiffsreisen, Kreuzfahrten und 1973 eine außergewöhnliche Fahrt zu den Kapverdischen Inseln zur Beobachtung der zweitlängsten totalen Sonnenfinsternis im 20. Jahrhundert. Die Mitreisenden hatten Tränen in den Augen, erinnert sich der 95-Jährige.

„Mister Tagesflug“

Die Presse begleitete seine Reisen immer wieder mit hoher Anerkennung. 1976 initiierte er effizient durchgeplante Ein-Tagesflüge und hatte schnell seinen Spitznamen weg: „Mister Tagesflug“ wurde er fortan genannt. Seine Flugreisen führten in alle Länder der Erde - sein Ideenreichtum war unerschöpflich.
Der italienische Staatspräsident verlieh ihm den Orden „Cavaliere“. Der norwegische Generalkonsul würdigte in seinem Grußschreiben zum Eintritt in den Ruhestand seinen Beitrag zur „Stärkung der völkerverbindenden Beziehungen“. Der Hamburger Bürgermeister von Dohnanyi gratulierte zu seinem
50. Jubiläum. Er hat „...unzähligen Bürgern Wege in die Welt gewiesen...“ schrieb von Dohnanyi. Hans Murphy: „Das Schicksal hat es gut mit mir gemeint“. Glaubt er an Gott? „Ich gehöre keiner Kirche an. Aber jeden Abend bete ich zu Gott um den Schutz für meine Familie.“ Mit seiner Ehefrau Karin und seinen beiden Söhnen feierte Hans Murphy in der Parkresidenz Rahlstedt seinen Geburtstag.
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