Weiße oder rote Ortsschilder für Hamburg?

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So könnte es auch an anderer Stelle aussehen Foto: rg

Förderkreis Rote Ortsteilschilder in Rahlstedt vermisst Unterstützung durch den Wandsbeker Bezirk

Von Rainer Glitz
Rahlstedt
Laut Straßenverkehrsordnung gibt es an Hamburgs Straßen eigentlich nur weiße Schilder mit schwarzer Schrift zur Kennzeichnung der Stadtteilgrenzen. „Rahlstedt, Bezirk Wandsbek“ steht dort dann. Doch seit einiger Zeit gibt es im Stadtteil auch wieder einige der „alten“ roten Schilder mit weißer Schrift, die in den 1990er-Jahren vielerorts abgebaut worden waren. „Wir wollen an markanten Stellen deutlich machen, dass Rahlstedt aus den vier Ortsteilen Oldenfelde, Meiendorf, Alt-Rahlstedt und Neu-Rahlstedt besteht“, sagt Berndt Wagner vom Förderkreis Rote Ortsteilschilder. „Rahlstedt hat oft noch etwas Ländliches, und wir möchten den typischen Charakter der Ortsteile herausstellen“, ergänzt er.

Zugehörigkeitsgefühl der Anwohner fördern


Die roten Schilder zeigen nicht nur Auswärtigen, wo genau sie in Rahlstedt sind. Sie sollen auch das Zugehörigkeitsgefühl der Einwohner stärken. Mit diesem Ziel haben die Bürgervereine Rahlstedt und Oldenfelde sowie die Freiwillige Feuerwehr Meiendorf im gemeinsamen Förderkreis die Patenschaft für die roten Schilder übernommen. Bezahlt werden diese aus Tronc-Mitteln, die Ehrenamtlichen montieren sie teils selbst, warten und putzen sie. Und auch die Bezirksversammlung Wandsbek unterstützte im vergangenen Jahr den Rahlstedter Lokalpatriotismus. „Es war eigentlich alles geregelt, wir waren auf einem guten Weg“, sagt Berndt Wagner. Austausch und Pflege der roten Schilder seien praktizierter Bürgersinn, meint er. Und dazu koste es den Bezirk nichts. Doch nun erhielten die Ehrenamtlichen ein Schreiben des Bezirksamtes. Darin wird erneut auf die Straßenverkehrsordnung verwiesen. „Abgängige Schilder werden ersatzlos abgebaut“ heißt es, und: es werde keine neuen, weiteren Standorte geben.

Verein hält an roten Schildern fest


Doch genau das planen die Ehrenamtlichen des Förderkreises. „Wir wollen Rahlstedt nicht vollpflastern, aber einige zusätzliche rote Schilder wollten wir schon aufstellen“, sagt Berndt Wagner. Man denke da an zwei bis drei Standorte, an denen eine Kombination aus dem schwarz-weißen „Rahlstedt“-Schild und darunter einem roten montiert werden soll. Man habe dabei auf mehr Unterstützung aus dem Bezirksamt gehofft. „Vielleicht gibt es da einfach jemanden, der die roten Schilder nicht mag“, mutmaßt Wagner. Es gebe sicher wichtigere Probleme, gibt er zu. Aber: „Wir wollen einfach nicht loslassen. Und dabei hätte es ein Selbstgänger werden können!“
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