Weiter Streit um Brückenbau in Hamburg

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Anwohner trafen sich mit dem SPD-Bezirksabgeordneten Rainer Schünemann am alten Standort der ehemaligen Ernst-Albers-BrückeFotos: Bätz

Bundesverwaltungsgericht muss über Entwurf der Stadt entscheiden

Von Hubert Bätz
Hamburg. Eine Brücke sorgt in Marienthal für Unmut. Am vergangenen Sonntag trafen sich Anwohner, vor Ort: „Wir wollen endlich eine neue Ernst-Albers-Brücke, in welcher Variante sie kommt, ist uns relativ egal.“ Diese Forderung richteten sie an die Bezirksversammlung Wandsbek.
Die Ernst-Albers-Brücke, ein Übergang über die A 24, war 2010 abgerissen worden und sollte ersetzt werden.
Dass ein Neubau derzeit nicht erfolgt, liegt daran, dass eine Anwohnerin ihre Privatsphäre durch die rund vier Meter höhere Brücke mit ihrer Rampenanlage beeinträchtigt sah. Sie zog vor das Hamburger Verwaltungsgericht. Gleichzeitig ließ sie eine eigene Alternativplanung mit anderer Rampenführung , beziehungsweise dem Gebrauch eines Fahrstuhls vorlegen, die eine andere barrierefreie Brückenführung erlaubt. Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) hielt den Entwurf für nicht durchführbar und lehnte ihn ab.
Das Hamburger Verwaltungsgericht stellte nun fest, dass die Stadt Hamburg in nicht hinreichendem Maße den Alternativvorschlag der Klägerin geprüft habe. „ Die Beklagte (Stadt Hamburg) hat für die Ablehnung dieser Alternative keine tragfähige Begründung geliefert“, heißt es im Urteil. Das Hamburger Verwaltungsgericht erklärte die Plangenehmigung vom 28. Februar 2011 durch den LSBG für die Grundinstandsetzung der Ernst-Albers-Brücke über die A 24 „für rechtswidrig und nicht vollziehbar“.
Da es keine Revision gegen das Urteil zu ließ, klagt nun der Landesbetrieb in der nächst höheren Instanz, dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Der LSBG war aufgrund des „schwebenden Verfahrens“ gegenüber dem Wochenblatt zu keinerlei Stellungnahme bereit.
„Der gordische Knoten muss endlich durchschlagen werden. Die Brücke hätte schon im Frühjahr 2011 stehen können“, sagt Rainer Schünemann (SPD), Mitglied der Bezirksversammlung Wandsbek.
Die neue Klage des LSBG wiederum ärgert viele Anwohner, die in dieser Klage nur eine Zeitverzögerung sehen.
Viele Marienthaler ärgern sich, sie vermissen ihre Ernst-Albers-Brücke. Diese war bis 2010 eine wichtige Wegverbindung für Fußgänger zwischen Marienthal und Horn. Mitte 2010 wurde die Fußgängerbrücke jedoch vom LSBG abgerissen, weil sie zum einen stark renovierungsbedürftig und zum anderen nicht barrierefrei war. Seitdem müssen die Marienthaler Umwege über die Stoltenbrücke in Kauf nehmen. Ein weiteres Ärgernis für die Marienthaler ist, dass seit dem Abriss der Fußgängerbrücke Lärmschutzwände an der Autobahn fehlen. Aber ohne eine neue Ernst-Albers-Brücke kann die Lücke nicht geschlossen werden.
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