Weiterfahrt für Hamburgs Metrobus 10?

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Die MetroBus-Linie 10 fährt von Wandsbek-Markt über Bahnhof Wandsbek, AK Wandsbek, Jenfeld-Zentrum bis zur Glatzer Straße. Jetzt soll die Strecke um 600 Meter verlängert werden. Dafür müsste die Grunewaldstraße wieder für den Durchgangsverkehr geöffnet werden Grafik: Kühn

Anwohner von Hohenhorst diskutierten Verlängerung der Busstrecke: Mehrheit dagegen

Von Rainer Glitz
Hohenhorst
Normalerweise kann man bei Sitzungen des Regionalausschusses Rahlstedt die Zuschauer an zwei Händen abzählen. Diesmal kamen rund 70 Anwohner in die Grundschule Potsdamer Straße. Es ging um die Verlängerung der Metrobus-Linie 10 von der Glatzer Straße bis vor das Saga-Hochhaus in der Grunewaldstraße 72. Die Mitglieder des Regionalausschusses wollten nicht selbst diskutieren, sondern zuhören, was die Bürger von verschiedenen Varianten halten. Es gebe noch keine durchgeplanten Konzepte, nur erste Ideen, erfuhren die Anwesenden von Vertretern des Bezirksamtes Wandsbek. Man sei noch in einem sehr frühen Stadium, alles sei offen. Ende 2007 hatte der Seniorenbeirat Wandsbek auf die schlechte Anbindung des Quartiers hingewiesen, vor allem für mobilitätseingeschränkte Menschen. Die Verlängerung der Linie um 600 Meter wurde ins Quartierskonzept Hohenhorst aufgenommen. Nun hat das Bezirksamt zwei Varianten erarbeitet und bei der Sitzung vorgestellt. Die erste sieht vor, die Grunewaldstraße wieder für den Durchgangsverkehr zu öffnen und die Schranke abzubauen. Die Wendeanlage für die Metrobusse würde im Bereich der bestehenden Kehre gebaut. Die Alternative: Eine feste Durchgangssperre, eine komplett neue Wendeanlage müsste gebaut werden. Dafür müssten Bäume gefällt werden und ein Großteil eines Parkplatzes fiele weg. Die Kosten für beide Varianten seien gleich hoch. Planer und Vertreter der Polizei sehen keinen Grund, die Sperrung aufrecht zu erhalten. Die Schranke wurde 1986 errichtet, nachdem ein Mädchen in der Grunewaldstraße überfahren worden war und die Straße als „Schleichweg“ genutzt wurde. „Wir haben weiter Angst vor Rasern“, sagte ein Anwohner in der Diskussionsrunde. Mit Durchgangsverkehr sinke die Lebensqualität, Kinder würden gefährdet, ergänzten andere. „Was ist denn eigentlich mit der Null-Variante?“, wurde gefragt. Soll heißen: Alles bleibt, wie es ist. Wer will überhaupt die Bushaltestelle, fragten einige. Andere betonten, es wäre ein Fortschritt für Ältere und Gehbehinderte. Viele sagten, sie würden oft Bus fahren, könnten die bestehenden Haltestellen jedoch gut erreichen. Es zeichnete sich eine klare Mehrheit für die Variante Null ab. Allerdings waren offenbar nur Einzelhausbewohner bekommen, keine Mieter der Saga-Wohnblocks. Die Hochbahn rechnete vor, 1.700 Fahrgäste täglich könnten die neue Haltestelle nutzen. Die Fraktionen des Regionalausschusses wollen beraten und sich erneut mit dem Thema befassen.
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1 Kommentar
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Sabine Schwarzfischer aus Jenfeld | 17.11.2016 | 20:08  
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