Wenn die Schuluhr anders tickt...

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Am Gymnasium Marienthal beginnt der Unterricht erst um halb neun Foto: Grell

Motivation und Konzentration gesteigert: Am Gymnasium Marienthal beginnt der Unterricht erst um halb neun

Von Karen Grell
Wandsbek
Seit über einem Jahr starten die Schüler vom Gymnasium Marienthal erst um halb neun in den Unterricht. „Länger schlafen fördert den Bio-Rhythmus der Jugendlichen“, meinte Philipp Scholz, der stellvertretende Schulleiter schon zu Beginn des Versuchs im Dezember 2014. Heute können sich die meisten Schüler die alte Reglung und den frühen Schulunterricht gar nicht mehr vorstellen. Zwar sind die Pausen zulasten der fehlenden halben Stunde verkürzt worden, doch bringe die zusätzliche Zeit am Morgen mehr Entspannung und bessere Konzentration für den Tag. Die Vorteile, wie leere Busse auf dem Weg zur Schule und kein Anstehen beim Bäcker für das Pausen-Brötchen seien dann aber auch mit der Voraussetzung verknüpft, „dass wir die einzigen bleiben, die später anfangen“, lacht Lilly (16). Wenn in ganz Hamburg der späte Schulbeginn einführt werden würde, bliebe zwar das längere Schlafen, aber der Stress in den überfüllten Bussen wäre dann wieder derselbe. Duschen, Schminken, Frühstücken und noch ein wenig für die Arbeit in der ersten Stunde lernen, das alles geht am Gymnasium Marienthal jetzt viel entspannter. Auch wenn es nur 30 Minuten sind, seien sie nach eigenen Angaben jetzt viel munterer im Unterricht. Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde gab für das Experiment grünes Licht: „Von Seiten der Behörden gibt es da keine zeitlichen Vorgaben für den Schulbeginn.“ Der spätere Beginn am Gymnasium Marienthal sei legitim. Ob sich das auch auf die
Noten positiv auswirkt, kann nach so kurzer Zeit noch nicht gesagt werden. Die befragten Schüler möchten allerdings die Uhr auf gar keine Fall mehr auf acht Uhr zurückdrehen. In den Oberstufen gibt es eine kleine Ausnahme: Einmal in der Woche gehen die Schüler zu einer Frühstunde, die schon um 7.45 Uhr losgeht. „Das ist plötzlich wahnsinnig früh für uns“, so Sarine aus der zwölften Klasse.
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