Wenn Hamburgs Bäume erzählen

Wann? 23.08.2017

Wo? Walddörferstraße 273, Walddörferstraße 273, 22047 Hamburg DE
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Helge Masch und Laura Riese am Urweltmammutbaum Foto: Jenssen
 
Der blühende Blauglockenbaum im Park Foto: Masch
Hamburg: Walddörferstraße 273 |

Wandsbeks Botanischer Sondergarten beherbergt viele Exoten. Sonderführung am 23.
August

Von Martin Jenssen
Hamburg
Sie sind stumm. Und doch hat jeder von ihnen eine oder mehrere spannende Geschichten zu erzählen. Die Rede ist von den exotischen Bäumen im Botanischen Sondergarten Wandsbek. Übermittler der Geschichten ist der Leiter des Gartens, Helge Masch. Die „Exoten“ stammen aus Asien sowie aus Süd- und Nordamerika.

„Mammut“ hinterm Haus „geparkt“

Bei einem Rundgang durch den Sondergarten fällt als erstes ein riesiger Baum hinter dem Bürogebäude der Gärtner auf. Es war ein „gärtnerischer Unfall“, dass er dort immer noch wächst. Der „Mammut“ sollte vor seiner Umpflanzung an eine schöne Stelle im Sondergarten nur kurz hinterm Haus „geparkt“ werden. Doch als die Gärtner ihn ausgraben wollten, hatte er bereits so tiefe Wurzeln geschlagen, dass eine Umsetzung nicht mehr möglich war. Der Riesenmammut, der seine Heimat in Kalifornien hat, übersteht Dank seiner weichen Borke sogar Waldbrände. Die Borke, in die man mit der Faust schlagen kann, ohne sich weh zu tun, schützt den Wassertransport im Baum. Weitere „Mammuts“ stehen in Hamburg im Fischers Park im Wandse-Grünzug. Dort zu sehen ist ein noch kleiner Küstenmammutbaum (Staatsbaum Kaliforniens). Ausgewachsen sind sie die größten Bäume der Welt. Sie können 110 Meter erreichen (so hoch wie Elbphilharmonie). An dem Küstenmammut, der vor fünf Jahren im Park angesiedelt wurde, werden sich die Hamburger noch lange erfreuen. Er kann 1000 Jahre alt werden. In den USA ranken sich viele Sagen um diese außergewöhnlichen Baumriesen.

„Pilgerstätte“ Taschentuchbaum

Am Rande des Fischers Park ist ein Urweltmammutbaum zu bewundern. Diese Baumart wurde erst 1941 in einer schwer zugänglichen Bergregion in China entdeckt. Immer im Mai ist der Taschentuchbaum eine „Pilgerstätte“ für die Liebhaber des Botanischen Sondergartens. Seine riesigen schneeweißen Blüten sehen aus wie weißgewaschene Taschentücher. In diesem Jahr fiel die Blüte wegen der späten Frostnächte leider aus. Auch der Taschentuchbaum stammt ursprünglich aus China.

Blauglockenbaum

Eine weitere Besonderheit ist der Blauglockenbaum (wissenschaftlicher Name: Paulownia tomentosa), der in Zentral- und Westchina beheimatet ist. Helge Masch: „Es ist die einzige winterharte Pflanze, die nach einer Frau benannt wurde.“ Und zwar nach der niederländischen Kronprinzessin und späteren Königin Anna Pawlowna, einer Tochter des russischen Zaren Paul I. Auch die Blüten des Blauglockenbaumes, sowie die Blüten der unterschiedlichen Magnolien locken im Frühjahr viele Besucher in den Park.

„Pau Brasil“

Weitere interessante Bäume, über die es viel zu erzählen gibt, sind der Gewöhnliche Trompetenbaum oder der Persische Eisenholzbaum, ein Zaubernussgewächs mit unglaublich festem Holz. Spannend sind zudem die Züchtungen im Gewächshaus des Sondergartens. Schüchtern ragt dort ein Brasilholz aus einem kleinen Blumentopf hervor. Harz und Rinde dieses Baumes haben eine intensiv rötliche Färbung. Die portugiesischen Invasoren nutzten das zur Färbung ihrer Kleidung. Sie nannten den Baum „Pau Brasil“ (glühendes Holz). Der Baum wurde für die gewerbliche Nutzung so stark abgeholzt, dass im Regenwald an Brasiliens Atlantikküste nur noch 1700 Exemplare stehen. Auch die Geschichte des Regenbaums ist faszinierend. Er klappt täglich zwischen 17.30 und 18 Uhr seine Blätter zusammen, um dem Regen freien Durchlass zu den Wurzeln zu gewähren. Eine Legende besagt, dass eine hartherzige Königstochter, die einer durstigen Bäuerin kein Wasser reichen wollte, in den Baum verwandelt wurde.

Sonderführung am 23. August

Diese und weitere Geschichten um die exotischen Bäume möchte Helge Masch den Lesern des „Wochenblatts“ während einer Sonderführung am 23. August ab 18.15 Uhr erzählen. Anmeldung unter: Telefon 693 97 34 oder online, Teilnehmergebühr: 2 Euro. Kinder haben freien Eintritt.

Weitere Infos: Botanischen Sondergarten Wandsbek
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