Werden die Baumfällungen gestoppt?

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Initiative gegen Baumfällungen zu Beginn der Unterschriftensammlung am 26. August Foto: Haas

Initiative zum Bürgerbegehren in Feierlaune: 3.100 Unterschriften könnten Kahlschlag in Steilshoop Mitte verhindern

Steilshoop Über 3.100 Personen haben in den vergangenen Wochen die Listen des Bürgerbegehrens „Kahlschlag stoppen. Für eine grüne Steilshooper Mitte“ unterschrieben. Mit dieser Anzahl von Unterschriften sei eine Sperrwirkung sichergestellt, erklärte Initiator Dr. Martin Kersting erfreut. „Die Holzfäller werden am 1. Oktober nicht anrücken können.“ Entgegen anders lautender Gerüchte sei es zudem unwahrscheinlich, dass der Senat das laufende Bürgerbegehren aussetzen könne, ist sich Kersting jetzt sicher.
Der Umweltausschuss des Bezirks Wandbek sollte am Dienstag Abend zum Tagesordnungspunkt „Baumfällungen in Steilshoop“ dieses Thema verhandeln. Die Vertrauensleute und Aktivisten des Bürgerbegehrens feiern schon mal ihren Teilerfolg und geben sich zuversichtlich: Damit sei endlich erreicht, dass die seit langem vorgeschlagenen Gespräche stattfinden, in denen Kompromisse ausgehandelt werden könnten, so die Baumfreunde.
In der vergangenen Woche kam zudem Unterstützung vom Naturschutzbund (Nabu). Alexander Porschke, Vorsitzender des über 20.000 Mitglieder starken Naturschutzbundes in Hamburg, kritisierte die geplanten Baumfällungen in Steilshoop Mitte. „Die Quartiersaufwertung darf auf keinen Fall zu Lasten seiner Grünsubstanz gehen“, sagt der grüne Ex-Umweltsenator (1997 bis 2001) zum Wochenblatt. Bäume und Vegetation seien in einem derart dicht bebauten und eng besiedelten Raum von großer Bedeutung, erfüllten wichtige ökologische Funktionen – für Mensch und Natur. „Wir fordern, dass die Bäume in die Umgestaltungsmaßnahmen integriert werden“, so Porschkes Kompromissvorschlag. Die Nabu-Stadtteilgruppe Bramfeld/ Ohlsdorf/ Barmbek unterstützt indessen das Bürgerbegehren praktisch, beteiligt sich an der Sammlung von Unterschriften. „Wir lehnen es ab, dass Bäume lediglich aus Gründen der Sichtachsenoptimierung beseitigt werden sollen. Denn sie sind in Steilshoop ein Garant für hohe Lebensqualität“, so Michael Kasch, Leiterder Gruppe.

Gegenstimmen


Es melden sich unterdessen auch kritische Stimmen zu Wort. Mehrheitlich äußern sie Bedenken gegen das Bürgerbegehren: Mit dem geforderten Stopp der Abholzungen könnten die RISE-Fördermittel zur Aufhübschung des Quartiers entfallen. Was die Initiative zum Bürgerbegehren nach Sichtung von Vertragsunterlagen bestreitet. Bernhard Lang macht sich zum Sprecher der Bedenkenträger. In den Postings auf seiner Facebook-Seite Steilshoop werde auch die Kehrseite beklagt. So beschweren sich Anwohner über „zu viele Bäume, die ihre Wohnungen verschatten“. Andere wünschen sich statt der durch Bäume verschatteten Gartenflächen mehr Sonne, um Rasen sähen und Blumen pflanzen zu können. Ein Posting spricht sich allerdings für den Erhalt der Bäume aus: mit dem Vorschlag, stattdessen doch das in die Jahre gekommene EKZ abzureißen. (wh)
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2 Kommentare
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Bernhard Lang aus Steilshoop | 15.09.2015 | 18:48  
1.241
Elke Noack aus Rahlstedt | 16.09.2015 | 16:38  
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