Wie lange noch sollen die verdorrten Palmen bleiben?

Anzeige
Blick auf einige Palmen - im Hintergrund das satte Grün einheimischer Bäume. Foto: rdm
Von Reinhard Meyer
Rahlstedt. Wer heute nach getätigten Einkäufen aus dem Zentrum Rahlstedts nach Hause strebt, hat es eilig, am Palmengarten vor Schweinske vorbeizukommen. Die Palmen - ein trostloser Anblick: vertrocknete Wipfel, eine gräulich-bräunlich langfaserige - abgestorbene? - Ummantelung, Stützsysteme, die die Palmen halten müssen. Die Palmen – ein Patient auf der Intensivstation mit geringen Überlebenschancen. Hier lädt nichts zum Verweilen ein.
Jetzt aber lassen an Palmen befestigte Zettel Passanten immer wieder innehalten:
„Ich steh in Rahlstedt hier vor Ort, bin erfroren und verdorrt. Schildbürger setzen Zeichen, Linden und Eichen, Ahorn und Pappeln, haben zu weichen.“
Der Unmut über die karibischen, in Rahlstedt nicht einheimischen Bäume äußerte sich schon länger immer wieder in Gesprächen beim Friseur oder auch in Plaudereien in Restaurants – vox populi. Selbst als geschöntes Werbebild auf der Informationstafel des Bezirksamts bleibt der Palmengarten ein Fremdkörper im Herzen Rahlstedts. Mit diesem Zetteltext aber ist er zum öffentlichen Ärgernis geworden.
Sitzmöglichkeiten?
Ungenügend!
Was die auf der Informationstafel versprochene Möblierung anbetrifft: Eine lange breite Sitzbank ohne Rückenlehne – drei abgeflachte Sitzkegel – kein Senior wird hier je verweilen.
Was ist zu tun? Es hat im Vorfeld im politischen Raum und auch in der Geschäftswelt im Ortskern Rahlstedts warnende Stimmen gegeben. Es kommt jetzt aber nicht auf Verantwortungs- und Schuldzuweisungen in die Vergangenheit an. Es geht vielmehr um die Frage: Wer ergreift die Initiative für eine Lösung des Problems – eine landschaftsgärtnerische Platzgestaltung in der Mitte Rahlstedts , die seinem städtischen Erscheinungsbild und - die der Geschichte Rahlstedts entspricht.
Vom politischen Raum her soll der Platz zukünftig „Bei den Wandseterrassen“ heißen – eine Respektsbekundung vor Landschaft und Geschichte dieses Stadtteils. Die Wandse aber kommt nach Rahlstedt - aus dem Naturschutzgebiet Höltigbaum. Diese Landschaft gehört zur Geschichte Rahlstedts. Warum nicht von den „Wandseterrassen“ her ein MiniPark mit Baumarten aus der Landschaft der „Wilden Weiden“? Solche einheimischen Bäume mit ihrem satten Grün sind wohltuend für das Auge der Spaziergänger, versprechen Schatten im Sommer – und überleben den Winter. Und nicht zuletzt – sie vermitteln dem auf einer zukünftigen Parkbank Verweilenden immer etwas vom heimatlich-landschaftlichen Geschichtsgefühl.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige