Wieder geöffnet

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Im Strandbad geht es nach dem tragischen Unfall jetzt weiter. Die Farmsener freuten sich über das kühle Wasser bei über Dreißig Grad im Schatten Foto: Grelll

Im Strandbad geht´s weiter

Von Karen Grell
Farmsen. Temperaturen über dreißig Grad brachten am Wochenende den Sommer zurück in die Stadt und die meisten Familien suchten sich ein Plätzchen in den Freibädern oder Naturseen der Bezirke. Für viele Farmsener wäre es deshalb eine Katastrophe geworden, hätte ihr Naturbad im Neusurenland, nach dem tragischen Unfall, an diesen heißen Tagen noch geschlossen bleiben müssen. „Die Lage hat sich aber, nach dem Tod des Zwanzigjährigen, der hier durch einen Herzstillstand um´s Leben kam, langsam entspannt und auch ein vorrübergehender Ersatz für die Rettungsschwimmer, die spontan gekündigt hatten, konnte jetzt gefunden werden“, berichtet jetzt Carl-Heinz Götz, der Betreiber des Bades. Beides Voraussetzungen, die unbedingt notwendig waren, um wieder öffnen zu können. Zwei Rettungsschwimmer vom DRK haben nun die Aufgabe der ehemaligen Freiwilligen übernommen, die dem Druck der Öffentlichkeit und der Medien nicht mehr standhalten konnten und ihren ehrenamtlichen Job fristlos kündigten. Beschimpfungen und Anschuldigungen hatten ihnen die Weiterarbeit unmöglich gemacht. „Wir haben eine ganz harte Zeit durchgemacht“, erklärt auch der Betreiber des Strandbades, der den Unfall zutiefst bedauert. „Ein Ertrinkender, der wehrt sich eine ganze Zeit lang, bevor er von der Wasseroberfläche verschwindet“, erklärt Götz. „Wer einen Herzinfarkt erleidet, der geht einfach unter“. Nach einer Trauerfeier und dem Open Air Gottesdienst, der jetzt stattgefunden hat, soll es mit dem Bad so normal weitergehen, wie es eben nach einer solchen Tragödie möglich ist. Wenn das Wetter es zulässt, dann soll bis Mitte September geöffnet bleiben, ansonsten nur, wie geplant, bis zum Ende des Monats. Weiterhin sucht das Strandbadteam noch nach neuen ehrenamtlichen Rettungsschwimmern, da die aktuellen Freiwilligen nur vorübergehend im Bad aufpassen. Ein paar Bewerber gäbe es bereits, erklärt Carl-Heinz Götz, dennoch werde aber auch weitergesucht. „Eine DLRG Gold Ausbildung reicht für die Aufgabe nicht aus“, betont Götz, der seit 24 Jahren das Strandbad betreut. „Wie vielen wir hier auch schon geholfen haben, davon spricht heute keiner mehr“, sagt er. Jetzt soll es weitergehen und die Farmsener Familien waren dankbar dafür bei dreiunddreißig Grad im Schatten wieder ins kühle Wasser springen zu können. (kg)

täglich 11 bis 19 Uhr, Erwachsene 3 Euro, Kinder 1,50 Euro, 6er Karten 15 und 7,50 Euro, geöffnet bis Ende August oder Mitte September
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