Wiesenredder wird zum Schleichweg

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Anwohner auf Zinne (v.l.): Elvira Thielke, Ute Orth, Hans-Jürgen und Edeltraud Heinsen, Andreas Thielke Foto: tel

Rahlstedter sind sauer. Polizei sieht keinen Handlungsbedarf

Von Michael Hertel
Rahlstedt
Als Elvira (54) und Andreas Thielke (50) vor elf Jahren in die ruhige Reihenhaussiedlung am Rahlstedter Wiesenredder einzogen, richteten sie ihr Schlafzimmer „nach vorn“ zur Straßenseite hin ein. Jetzt bereuen sie es. Denn obwohl ihr Domizil in der zweiten Reihe steht, dringt der Straßenlärm bis zu ihnen durch. „Diese Straße ist laut geworden – immer mehr Autos, vor allem aus dem Kreis Stormarn und sogar Lastwagen. Und das geht hier schon ab 4 Uhr morgens los“, berichtet Nachbar Hans-Jürgen Heinsen (82), der mit Frau Edeltraud (66) bereits seit 25 Jahren am Wiesenredder wohnt. Die Anlieger sind auf Zinne. Anwohnerin Ute Orth (55): „Seitdem letztes Jahr die Rahlstedter Straße wegen Bauarbeiten gesperrt war, haben wir hier immer mehr Durchgangsverkehr. Das hat auch nach Ende der Bauarbeiten nicht wieder abgenommen. Und die vorgeschriebenen 30 km/h fährt hier keiner.“ Ein Blick auf den Stadtplan lässt ahnen, dass der Straßenzug Brockdorffstraße-Am Sooren-Wiesenredder-Großlohering einen „Schleichweg“ zwischen dem Kreis Stormarn (Stapelfeld) und der Hamburger Innenstadt darstellt. Heinsen: „Hier fahren besonders viele Wagen mit „OD“-Kennzeichen (Bad Oldesloe, d. Red.) durch. Auf dem Schleichweg kommt man fast ohne Ampeln schnell voran. Dabei ist das nicht ungefährlich, liegen doch an der Strecke zwei KiTas, eine Schule und das Freibad.“ Der schmale Wiesenredder ist freilich nicht als Durchgangsstraße konzipiert worden. Dennoch haben die Anlieger schlechte Karten. Eine Nachfrage beim zuständigen Polizeikommissariat 38 (Scharbeutzer Straße) ergab folgendes: „Es handelt sich um eine öffentliche Straße, die jeder befahren darf. Unsere Beobachtungen und Radarkontrollen haben weder besonders viele Raser ermittelt, noch kann man von einem Unfall-Brennpunkt sprechen“, sagt Polizeihauptkommissar Dirk Meyer (Abteilung Prävention & Verkehr). Besondere Maßnahmen sind derzeit von der Polizei nicht geplant. Vielleicht aber kann die neue Wunderwaffe helfen, die sich das PK 38 derzeit noch mit zwei Wachen teilen muss: Das VSG (Verkehrsstatistikgerät). Unauffällig an einen Laternenmast installiert, ermittelt es die Verkehrsdichte an der jeweiligen Straße und wird derzeit vom PK 38 eingesetzt. Damit könnte man feststellen, ob die Klagen der Anwohner berechtigt sind. Der Anstoß müsste freilich von der Kommunalpolitik kommen. Anwohner Heinsen: „Es wäre uns schon geholfen, wenn man dauerhaft wirksame Maßnahmen gegen die Raser ergreifen würde.“
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 31.08.2016 | 09:49  
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