Wildpinkler in Farmsen: Treppe unpassierbar

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Der Durchgang zum EKT Farmsen wird von einigen als öffentliche Toilette missbraucht Foto: Grell

Am U-Bahnhof stinkt es gewaltig. Passanten müssen Umweg zum Einkaufstreffpunkt nehmen

Von Karen Grell
Farmsen
Der U-Bahnhof Farmsen hat vier Ausgänge, einer davon führt zu einem kleinen Treppenaufgang über den man zu Fahrradständern und dem Einkaufstreffpunkt Farmsen gelangt. „Hier ist es jeden Tag total verdreckt und es stinkt nach Urin“, bedauern viele der befragten Passanten. Viele von ihnen gehen lieber den längeren Weg, außen um die Geschäfte herum. Auch Hannelore Hoffmann, die seit über 40 Jahren im Stadtteil wohnt, kann von vielen verschiedenen Phasen hier am Bahnhof erzählen und hat viel Dreck und Abfall beobachtet: „Viele sitzen dort den ganzen Tag über herum und verschmutzen das Bahnhofsumfeld“, sagt sie. Dabei verrichten viele der Personen ihre Bedürfnisse im Bereich des Aufgangs. Frische Urinspuren und der dazugehörige Geruch sind dort die Regel. Zusammen mit ihren Nachbarinnen Ursula Deiter und Tanja Frentrup könnten sich die drei Damen aus dem Quartier vorstellen, dass eine öffentliche Toilette, die dann auch kostenlos nutzbar wäre, die Situation insgesamt verbessern würde. Zuständig für den Bereich sind drei verschiedene Institutionen. Hinter dem EKT Farmsen ist das Centermanagement zuständig, im Anschluss die Stadt und ab dem Eingang zum Bahnhof die Hamburger Hochbahn. „Wir räumen hier jeden Tag den Müll zusammen und sind sehr auf Sauberkeit bedacht“, so Marlies Suplie vom Management des EKT Farmsen. Immerhin gebe es auch mehrere Mülleimer in diesem Bereich. „Oft hilft vielleicht einfach nur die Einsicht der Menschen selber“, meint Michael Konvisarov, der im Auftrag des HVV für die Reinigung der Bahnhöfe zuständig ist. Nur wenn jeder Einzelne dazu beitrage, die Bahnhöfe und deren Umfeld sauber zu halten, kämen die Reinigungsfirmen auch mit den Aufräumarbeiten nach. „Es gibt auch Leute“, berichtet Michael Konvisarov, „die ganze Mülltüten von zuhause mitbringen, um diese dann in den Mülleimern auf den Bahnsteigen zu entsorgen“. Auf der nördlichen Bahnhofsseite gibt es öffentliche Toiletten, die für 50 Cent benutzt werden können. „Das ist einigen vielleicht schon zu teuer“, vermutet Ursula Deiter, die – wie viele andere – für kostenlose Toiletten plädiert. In einer Großstadt seien die Bahnhöfe eben immer ein Brennpunkt, um den man sich besonders kümmern müsse. „Eine Toilette ist da immer noch billiger als die Elbphilharmonie“, sagt Hannelore Hoffmann.
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