„Wir lassen keinen im Stich“

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Solomon Nebay (21), Flüchtling aus Eritrea, hilft Achim Friedmann beim Sortieren der Spenden Foto: wb

Am Donnerstag wird eine Flüchtlingshilfe-AG gegründet. Geldspenden wichtig

Von Martin Jenssen
Jenfeld
Sie kommen aus Ländern, in denen der Krieg wütet. Sie haben schreckliche Dinge erlebt. Einige Flüchtlinge sind körperlich, die meisten seelisch verletzt. Nach langer Flucht haben sie in dem Zeltlager im Jenfelder Moorpark einen Ort der Ruhe gefunden.
„Auch wenn es nur eine Zwischenunterkunft ist, fühlen die Flüchtlinge, dass sie angekommen sind. Sie können erleichtert durchatmen und in Ruhe und ohne Angst schlafen“, sagt Achim Friedmann, der als Flüchtlingshelfer der ersten Stunde vor Ort war. Ein Spendenaufruf hat dafür gesorgt, dass in großen Mengen Herren-, Damen- und Kinderkleidung angeliefert wurde, die im Jugendzentrum am Jenfelder Tannenweg sortiert und an die Flüchtlinge verteilt wird. Neben Achim Friedmann sind dort inzwischen 27 weitere ehrenamtliche Helfer tätig, die bei der Verteilung mit anpacken oder versuchen, den Flüchtlingen auf andere Weise zu helfen.
„Unterstützung jeder Art ist willkommen“, sagt Achim Friedmann. „Es gibt Helfer, die es schaffen, acht bis zehn Stunden für die Flüchtlingshilfe zu arbeiten, andere, die voll in der Arbeit stehen, können sich zwei bis drei Stunden für die Flüchtlinge einbringen.“ Sogar aus Harvestehude, wo sich einige Anwohner juristisch gegen die Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft gewehrt haben, kommen Helfer nach Jenfeld, weil sie sich in ihrem Ortsteil nicht nicht für die Flüchtlinge einsetzen können. Dennoch werden weitere Helfer und Spenden dringend benötigt.
Um diese Hilfe noch besser zu koordinieren, wird am Donnerstag, 30. Juli, in Jenfeld offiziell die „Arbeitsgemeinschaft Flüchtlingshilfe Hamburg“ gegründet. Dafür wurde bei der Hamburger Sparkasse ein Spenden- und Unterstützungskonto eingerichtet. Neben Sachspenden auch Geldspenden dringend benötigt.

Muttersprachler gesucht


Achim Friedmann: „Wir bekommen keinerlei Unterstützung von den Behörden, auch nicht vom Lagerbetreiber ‚Fördern und Wohnen‘. Und doch geht es um Hilfe für die Menschen. Wir brauchen für sie Bekleidung aller Art. Hygieneartikel und Babynahrung. Alle Flüchtlinge brauchen neue Unterwäsche. Gebrauchte Unterwäsche darf nicht verteilt werden.“ Gebraucht werden aber vor allem Menschen, die die Flüchtlinge sprachlich betreuen und bei Behördengängen unterstützen. „Unser Ziel ist es, niemanden im Stich zu lassen. Es sind wirklich Kriegsflüchtlinge, die Hilfe brauchen“, sagt Friedmann.
Der 53jährige ehemalige Berufssoldat weiß, wovon er spricht. Er diente 35 Jahre bei der Bundeswehr. Im Afghanistan-Einsatz wurde er selbst schwer verletzt, verbrachte 18 Monate im Krankenhaus. Als Helfer ist er prädestiniert. An der Hochschule der Bundeswehr studierte er „Katastrophen-Logistik“.

Kontakt: fluechtlingshilfe-hamburg@outlook.de, Geldspenden an: Iban DE58200505501291424396 Achim Peter Friedmann, Kontoverwendung: „Arbeitsgemeinschaft Flüchtlingshilfe“
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