Wir wollen die andere S4

Anzeige
Claus-Peter Schmidt, Vorsitzender des Vereins „Lärmschutz-Rahlstedt, und Vereinsmitglied Jürgen Suhr meinen, „wenn kein 4. Gleis kommt, brauchen wir auch keine Umbaumaßnahmen am Bahnhof Rahlstedt“.Foto: Bätz

Verein Lärmschutz Rahlstedt: Ein drittes Gleis genügt

Von Hubert Bätz
Rahlstedt. Bis Mai diesen Jahres wollen die Planer der künftigen S4, die Hamburger Wirtschaftsbehörde und der LVS Schleswig-Holstein GmbH in der „Vorentwurfsplanung“ Kosten und Trassenführung endgültig abklären. Damit aber längerfristig keine „Wutbürger“ dem Stuttgarter Beispiel folgen, setzt man in Stormarn und Wandsbek auf eine breite Bürgerbeteiligung mit Infoveranstaltungen im Februar. Bevor diese allerdings in Rahlstedt stattfindet, meldete sich der Verein „Lärmschutz Rahlstedt“ mit Bedenken zu Wort. In dem an die Mitglieder versandten „Lärmschutzinfo Nr. 50“ hieß es, „alles weist deutlich daraufhin, dass wir klamm heimlich mit dem 4. Gleis den künftigen EU-Gütertransitverkehr durch dicht besiedelte Ballungsgebiete erhalten sollen“. Der erste Vorsitzende des Vereins Claus-Peter Schmidt erklärte gegenüber dem WochenBlatt: „Wir befürchten, dass künftig mit dem Toröffner S4 und einem vierten geplanten Gleis mehr Güterzüge durch Rahlstedt rollen, und damit die neu gebauten Lärmschutzwände ad absurdum führen.“ Aus diesem Grund fordert man beim Verein Lärmschutz Rahlstedt, statt der angestrebten zwei weiteren Gleisen zwischen Hasselbrook und Ahrensburg nur ein drittes Gleis zu bauen.
Beim Verein, dessen Mitglieder besonders in der Birrenkovenallee (Rahlstedt) und der Küperkoppel (Tonndorf) Enteignungen beim viergleisigen Ausbau befürchten argumentiert man, dass mit diesem Verzicht auf ein Gleis und dem dann nicht mehr nötigen geplanten Umbau des Bahnhofes Rahlstedt bei den bisher eingeplanten 350 Millionen Euro Gesamtkosten einiges gespart würde.
Vereinsmitglied Jürgen Suhr hat auch eine Lösung für den von der Europäischen Union geforderten EU-Gütertransit-Verkehr von Sizilien bis Skandinavien und der damit zusammenhängenden Fehmarnbeltquerung parat. Suhr: „Damit nicht mehr Güterverkehr durch Rahlstedt fährt, der nichts mit dem Hamburger Hafen zu tun hat, könnten die von Lübeck kommenden Güterzüge zum Beispiel über Büchen / Lüneburg an Hamburg vorbei geführt oder schon bei Bad Kleinen ins Güternetz eingespeist werden. In diesem Falle käme die S 4 mit nur einem zusätzlichen Gleis aus.“
Für den Verein Lärmschutz-Rahlstedt und seinen Vorsitzenden Schmidt steht daher die Position im Falle einer juristischen Auseinandersetzung um ihre Grundstücke fest. Schmidt: „Da es zur derzeitigen S-4-Planung und zum Bahngüter-Verkehr Alternativen gibt, ist keine Zwangsenteignung möglich. Aus diesem Grund ist auch von einem freiwilligen Verkauf der Grundstücke bei der S4-Planung nun nicht mehr die Rede. Einer Sammelklage werden wir nicht aus dem Wege gehen, wir wollen die S 4, - aber so,- indem wir Alles weitgehend so lassen wie es ist -, wir können ja die R 10 in
S 4 umtaufen“. (hbz)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige