Wo ist Aschenputtel geblieben?

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Norbert Stindt von der Geschichtsgruppe Dulsberg mit einem Bild vom verschwundenen Aschenputtel Fotos: Kuchenbecker

Geschichtsgruppe veröffentlicht Buch über Dulsberger Figuren

on Nicole Kuchenbecker
Dulsberg. Wo ist Aschenputtel mit ihren Tauben geblieben? Die Skulptur, die noch nach dem Zweiten Weltkrieg den Naumannplatz zierte, ist heute verschwunden. Wohin fragt sich auch Norbert Stindt von der Geschichtsgruppe Dulsberg. Die Skulpturen auf dem Dulsberg haben ihre ganz eigene Geschichte. Manchmal jedoch ist diese etwas verschüttet. Norbert Stindt, Vorsitzender der Geschichtsgruppe Dulsberg, steht in der Altentagesstätte vor einem Foto, das eine Säule zeigt. Obendrauf steht Aschenputtel mit ihren Tauben direkt auf dem Naumannplatz, im Herzen von Dulsberg. Der Künstler Richard Kuöhl hatte diese Skulptur 1929 geschaffen. Stindt zeigt auf ein zweites Bild in dem aktuellen Buch der Geschichtsfreunde mit dem Titel „Dulsberger Figuren“. Hier ist die Skulptur auf einem „Trümmerbild“ von 1948 zu sehen. Sie hat den Krieg unbeschadet überstanden, doch heute fehlt von ihr jede Spur. Auf dem Dulsberg gibt es viele kulturelle Schätze. Manchmal stehen sie in verborgenen Ecken und Winkeln, mal ganz offen für alle sichtbar. Wie die „Tanzenden Mädchen“ auf dem Naumannplatz. Manchmal wird mit ihnen gar nicht so gut umgegangen. Wie mit dem Murmelstein, einer Murmelbahn aus Stein, von Sebastian Hempel. Er steht vor dem Ladenzentrum Alter Teichweg.

Gemeinschaftsarbeit

Leider kann man heute keine Murmeln mehr durch das Kunstwerk rollen lassen, einige Bahnen sind verstopft. „Wir haben schon überlegt, ob wir ihn reinigen lassen“, sagt Stindt. Auch die „Sitzende“ von Barbara Haeger musste erfahren, wie es ist, wenn Kunstwerke zerstört werden. Der einstige Brunnen am Ladenzentrum führt heute kein Wasser mehr. Früher plätscherte aus den vier Fischköpfen das Brunnenwasser. Er wurde aufgrund der hohen Unterhaltskosten stillgelegt. Heute sitzt die Sitzende einfach nur da und freut sich über den Löwenzahn, der im einstigen Brunnenbecken wuchert.
Das Buch „Dulsberger Figuren – Plastiken und Skulpturen im öffentlichen Raum“ ist eine Gemeinschaftsarbeit. Matthias Schirrmacher, Susanne Gutsche, Hans-Jürgen Ruthenberg und Norbert Stindt haben daran gearbeitet. Auch andere Mitglieder der Geschichtsgruppe wirkten mit. Wer mehr über die Skulpturen des Stadtteils erfahren möchte, sollte den nächsten Stadtteilrundgang nicht verpassen oder der Altentagesstätte einen Besuch abstatten. Eine kleine Fotoausstellung zeigt die schönsten Kunstwerke. (nk)
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