Wo politische Bildung anfängt

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Im großen Festsaal - Staunen vor demn Bildern, der Geschichte Hamburgs.Foto: rdm

Viertklässler besuchten das Hamburger Rathaus

Von Reinhard Meyer
Rahlstedt/Hamburg. Frühkindliche Bildung und musikalische Früherziehung sind Eltern, Lehrern, Schulpolitikern höchst vertraute Begriffe. Wann aber soll politische Bildung beginnen? Bettina Uchtmann und Sabine Knier, Klassenlehrerinnen der vierten Klassen an der Katholischen Schule Farmsen, wollten die Grundschulzeit ihrer Schüler mit einem Besuch des Hamburger Rathauses abschließen. Die Jungen und Mädchen aber wollten keinen Rathausführer: Ein „richtiger“ Bürgerschaftsabgeordneter sollte ihnen das Hamburger Rathaus zeigen.

„Sind Sie schon mal unerlaubt einer Abstimmung
ferngeblieben?“
In Ole Thorben Buschhüter hatten sie ihren „richtigen“ Abgeordneten gefunden. Durch die Besprechung der Broschüre „Rathaus-Rally“ und durch Internet Downloads waren die Schüler auf den Rathausbesuch gut vorbereitet. Bei der Begrüßung in der Rathausdiele gab Ole Buschhüter einen ersten Einblick in die Geschichte des Rathauses – der große Brand 1842 führte schließlich zum Bau des Rathauses 1897. Über die mit rotem Teppich ausgelegte breite Treppe ging es zur Lobby und dann in den Bürgerschaftssaal – dem parlamentarisch-politischen Herzen Hamburg. Ole Buschhüters Erklärungen zur Sitzordnung und Abläufen in der Bürgerschaft regten die kleinen Besucher unaufhörlich zu Fragen an. „Wo ist Ihr Sitzplatz“, „Sind Sie schon mal unerlaubt einer Abstimmung ferngeblieben“ und „Haben Sie Angst, wenn Sie vor der Bürgerschaft reden müssen“ – dies waren persönliche Fragen. Und Sachfragen? Welche Abstimmungsverfahren gibt es der Bürgerschaft“ und „Kann man eine geheime Abstimmung nicht technisch beschleunigen?“ - letzteres schon ein technisch hochkarätige Frage. Der Rundgang durch den Kaisersaal und den Bürgermeistersaal, durch das Waisenzimmer, Phönixsaal und den großen Festsaal gehörte der Geschichte des Rathauses. Die großen Gemälde mit den Schiffen und historischen Figuren, das Mobiliar, die Inschriften regten die Fantasie an, boten Anlass zu nicht enden wollenden Fragen. Ole Thorben Buschhüter zeigte sich am Ende außerordentlich beeindruckt. „Die Fragen waren plietsch – die Frager hochkonzentriert und alle auf den Besuch gut vorbereitet.“
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