Wochenmarkt in Eilbek?

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An diesem „Dreieck“ an der Ritterstraße könnte der neue Wochenmarkt angesiedelt werden Foto: Je
 
Sorgt für Belebung. Die Modellautos von Andreas Lehmann locken Kunden aus ganz Norddeutschland nach Eilbek Foto: Je

Ideen für die Belebung des Stadtteils. Thema in der Bezirksversammlung

Von Martin Jenssen
Eilbek
Sorgeneck Eilbek. Seit Jahren klagen die Anwohner über den Rückgang der Einzelhandelsgeschäfte und den Zuwachs von immer mehr Sportwettenläden, Shisha-Bars und Nagelstudios. Aber wie bringt man das Geschäftsleben eines Stadtteils wieder in Schwung, in dem viele Einzelhändler mit ihren kleinen Geschäften häufig kaum die Miete erwirtschaften können?
Für Belebung, so glauben die Politiker, könnte ein Wochenmarkt sorgen. Die rot-grüne Koalition in Wandsbek hat deshalb einen Vorschlag der Bürger aufgegriffen und die Einrichtung eines Wochenmarktes an der Ritterstraße initiiert. Die Entscheidung soll am Donnerstag, 11. Juni, in der Bezirksversammlung fallen. Dort steht der Antrag für die Einrichtung des Wochenmarktes in Eilbek zur Debatte. Die Sitzung beginnt ab 18 Uhr im Bürgersaal Wandsbek, Am Alten Posthaus 4.
Die Wandsbeker Koalition möchte, dass die Verwaltung prüft, ob auch ein spezialisierter Markt, z.B. ein Ökomarkt oder ein Markt für Berufstätige mit Öffnungszeiten in den späten Nachmittags- und Abendstunden, möglich ist.
Als Standort für den neuen Markt von Eilbek ist die Dreiecksfläche an der Ritterstraße zwischen Wandsbeker Chaussee und Eilbeker Weg vorgesehen. Doch darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Bei der Suche nach einem geeigneten Platz sollen die Einzelhändler und Eilbeker Initiativen aktiv mit eingebunden werden.
Die Fachsprecher für Wirtschaft der Wandsbeker Koalition, André Schneider (SPD) und Oliver Döscher (Grüne), sind sich einig: „Wochenmärkte sind für die lokale Versorgung und als sozialer Treffpunkt von zentraler Bedeutung. Sie tragen zudem durch das Angebot von regionalen Produkten zu einem umweltbewussten Einkaufsverhalten bei. Als wichtiger Frequenzbringer stärken Wochenmärkte auch den bestehenden Einzelhandel und das Dienstleistungsgewerbe. Das kann Eilbek helfen.“
Doch nicht alle Eilbeker sind von dem Vorhaben überzeugt. Eine alte Dame aus dem nahegelegen Seniorenheim befürchtet: „Die dafür vorgesehene Fläche ist schwer zu erreichen. Gemütlich ist es auch nicht. Dafür brausen zu viele Autos um den Platz herum.“
Bedenken hat auch Dirk Steiner, der an der Wandsbeker Chaussee 112, ganz in der Nähe des geplanten Wochenmarktes, einen Naturkostladen betreibt. „Sollte direkt vor meiner Tür ein Ökomarkt stattfinden, ist meine Existenz extrem gefährdet“, erklärt der Kaufmann. Er fände es wichtiger, dass strukturell etwas in Eilbek verändert wird. Zum Beispiel ein schöneres Straßenbild. Außerdem sollten die Gehwege saniert werden. „Ich musste mehrmals älteren Menschen auf die Beine helfen, die auf den holprigen Gehwegen gestürzt sind“, berichtete Steiner. Ganz wichtig für Senioren und für Mütter mit Kinderwagen im Viertel wäre ein Fahrstuhl an der U-Bahn Ritterstraße.
Positiv sieht Daniela Lodhia die Einrichtung eines Wochenmarktes in Eilbek. „Es wäre für mich ideal, um auch mal mit den Kindern einkaufen zu gehen“, lobt die Mitarbeiterin vom Restaurant Rossio diese Pläne. „Als ich vor 17 Jahren nach Eilbek zog, gab es hier noch ein buntes Geschäftsleben und viele Einzelhandelsgeschäfte. Die Anwohner konnten sich bestens versorgen. Das hat sich leider im Laufe der Jahre komplett geändert.“
Auch Andreas Lehmann, der an der Wandsbeker Chaussee mit Modellautos handelt, sieht in der Einrichtung eines Wochenmarktes viel Positives. „Der Wochenmarkt könnte für die Einzelhandelsgeschäfte mehr Laufkundschaft bringen“, glaubt er. „Und die vielen älteren Menschen, die im Viertel wohnen, könnten sich besser versorgen.“! (je)
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