Wohnungen statt Hamburger Bunkerklotz

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Bauherr Reidel zeigt die Pläne für seine neuen Eigentums- wohnungenFotos: kg(2), ms (1)

Koloss an der Wielandstraße wird weitgehend abgerissen

Von Karen Grell
Hamburg. In der Wielandstraße in Eilbek wird es die nächsten zwei Jahre laut und staubig. So vermuten es viele der Anwohner, die in der vergangenen Woche zur Infoveranstaltung von Eduard Reidel gekommen waren. Vom Bunker bleibt nur eine große Wand stehen, der neue Bauherr will dort rund 30 hochwertige Eigentumswohnungen entstehen lassen. „Der Bunker sind ein Schandfleck hier im Stadtteil“, finden auch die Nachbarn, dennoch hätten sich die meisten lieber sozialen Wohnungsbau oder die Erweiterung der vielen bestehenden Bebauungen der Genossenschaften gewünscht.

Bunker wird nicht gesprengt

In Sachen Schmutz und Lärm gab der Bauherr Entwarnung, denn mit der neusten Technik sei die Belästigung für die Nachbarn auf ein Minimum reduziert. Deshalb wird in diesem Bunker, der zu einem der größten in Hamburg zählt, auch keine Sprengung vorgenommen, sondern im Inneren gearbeitet und der Koloss so Stück für Stück abgerissen. Stadtteilpolizist Peter Schulze hat schon mehrere Bunkerabrisse in Eilbek miterlebt und sieht wegen der Teilsperrung der Straße keine großen Probleme. „Der Schulweg der Kinder zur Grundschule Wielandstraße führt zwar am Bunker vorbei, ist aber durch große Absperrzäune gesichert.“ Dennoch herrscht Aufregung rund um die Bauruine mit dem großen Einschlagloch aus dem zweiten Weltkrieg, denn noch ist nicht absehbar, in wie weit die Bauarbeiten von 7.30 Uhr morgens bis um 18 Uhr am Abend die Anwohner belasten werden. „Die gesetzlichen Grenzwerte zur Lärmbelästigung und Staubentwicklung werden hier aber auf jedem Fall einhalten“, verspricht Bauherr Reidel. Die Abrissarbeiten gehen in diesen Tagen los.

Platz für 2000 Menschen
Der Hochbunker in der Wielandstraße war eine der größten Zivilschutzanlagen in Hamburg. Der Bunker wurde Ende Juli 1943 seitlich von einem Sprengkörper getroffen, der in die 2,50 Meter dicke Wand ein 1,80 mal 2,50 Meter großes Loch riss. Nach dem Krieg wurde der Bunker wiederhergestellt und am 23.4.1970 an das Bezirksamt Wandsbek übergeben. Er war vollkommen eingerichtet für 2053 Personen.
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