Wünsch dir was für Wandsbek

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Harald Lindner freute sich über die Kontaktfreude der Bürger Foto: Je

Ideen beim Stadtteil-Dialog im Bürgersaal: Mehr Cafés, Bürgertreff im Eichtalpark und ein Zoo

Von Martin Jenssen
Wandsbek
Was würden Sie sich wünschen, wenn ein Fee Ihnen die Möglichkeit bieten würde, in Wandsbek etwas zu verändern? Die im Kern von Wandsbek lebenden Ausländer haben dazu viele Ideen: Zum Beispiel wäre es schön, wenn Vorurteile weggezaubert würden. Einen Zoo hätten die neuen Nachbarn in Wandsbek auch sehr gerne. Vor allem aber wünschen sie sich mehr kleine Cafés, in denen sie mit ihren deutschen Nachbarn ins Gespräch kommen können.
Konkrete Vorschläge: Das Torhaus im Eichtal soll möglichst bald zu einem Bürgertreff ausgebaut werden. Treffpunkte sollten auch im Neubaugebiet des Brauhausviertels eingerichtet werden. Wandsbek ist bunt. Großen Anteil an dem internationalen Flair des Stadtteils haben die Ausländer. Sie sollen mehr am Geschehen in Wandsbek beteiligt werden. Deshalb hatte die Koordinations- und Fachstelle „Lokale Partnerschaften für Demokratie in Wandsbek“ zu einem „Stadtteil-Dialog“ im Bürgersaal eingeladen. Deutsche und Ausländer waren aufgerufen, sich auszutauschen, miteinander zu sprechen und die neue Situation mit Geflüchteten in Augenschein zu nehmen. Ein Experiment mit Erfolg. Über 80 Menschen trafen sich im Bürgersaal zu dem vom Bezirksamt geförderten Stadtteil-Dialog. Ein Völkergemisch kam da zusammen. Harald Lindner, Leiter vom Fachamt „Sozialraummanagement“: „Ich bin begeistert, dass sich so viele Menschen an dem Dialog beteiligen. Die Offenheit und Kontaktfreude hat mich begeistert. Mir ist deutlich geworden, dass das Engagement der Bürger ein unschätzbarer Wert für diese Gesellschaft ist.“Über drei Stunden erarbeiteten Wandsbeker Bürger mit ihren aus dem Ausland stammenden Nachbarn gemeinsame Ideen für ein „Vielfältiges Zusammenleben“ – so das Motto des Abends.Die Ideen wurden auf Papier-Tischdecken geschrieben und abschließend als Ergebnis an Stellwänden und Fenstern aufgehängt. Viele weitere Wünsche waren darauf notiert: Mehr Job-Angebote, preiswerterer Wohnraum, bessere Fahrradwege, mehr Möglichkeiten, Sport zu treiben. Eine der wichtigsten Forderungen der Wandsbeker lautete: „Wir brauchen bessere Möglichkeiten, die deutsche Sprache zu lernen. Denn die Sprache ist der erste Schritt zum Wohlbefinden und das Tor zur Bildung.“„Ein wunderbares buntes Treffen“, fand die aus Ghana stammende Sylviana Gerlich. „Ein gutes Zeichen der Willkommenskultur. Bessere Kontakte zwischen Deutschen und Flüchtlingen sind ein Weg, um die Integration zu fördern und mehr Chancengleichheit zu bekommen.“Martina Stahl, eine der Organisatorinnen: „Man ist zunächst einander fremd, aber es entwickeln sich schnell viele gleiche Gedanken. Schön, dass sofort so intensiv miteinander gesprochen wurde.“ Das Projekt „Lokale Partnerschaften für Demokratie in Wandsbek“ wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ gefördert. Die Stadt Hamburg stellt zusätzlich finanzielle Mittel zur Verfügung.
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