Zügig durch den Hamburger Verkehr

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An der Ampel Tonndorfer Hauptstraße/Jenfelder Allee wird es durch neue Signalprogramme Veränderungen geben Foto: sim
 
Die Arbeiten an der Lichtsignalanlage sollen im April 2017 beginnen Foto: sim
Hamburg: Jenfelder Allee |

Aus für Bettelampel: Radfahrer und Fußgänger in der Tonndorfer Hauptstraße/Jenfelder Allee erhalten automatisch grünes Licht

Von Siegmund Menzel
Wandsbek
Der Wunsch nach einem Referenten, der Fragen zu Themen wie „Bettelampeln“, nächtliche Geschwindigkeitsreduzierungen und Lkw-Parken in Wohngebieten beantworten sollte, geht für den Wirtschafts- und Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek nicht in Erfüllung. Die Verkehrsbehörde setzte den Beschluss vom 15. November 2016 nicht um, „sieht von der Entsendung eines Referenten ab“, legte dafür eine schriftliche Stellungnahme vor. Darin wurden neue Signalprogramme für die Ampelanlage Tonndorfer Hauptstraße/Jenfelder Allee angekündigt, wo dann der Fuß- und Radverkehr nur bei Bedarf „Grün“ erhält. Fußgänger beziehungsweise Radfahrer müssten jedoch keine Taster betätigen, da sie analog zum Kraftfahrzeugverkehr in der Nebenrichtung durch ein Erfassungssystem erkannt werden und automatisch grünes Licht erhalten. Die Grünanforderung für Autos erfolge durch Induktions-
schleifen in der Fahrbahn.

Umbau ab 24. April


Wie BWVI-Pressesprecherin Susanne Meinecke auf Wochenblatt-Nachfrage mitteilte, erfolgt der Umbau der Kreuzung ab 24. April 2017. Die Inbetriebnahme der Lichtsignalanlage sei für Anfang Juni vorgesehen. Bei den neuen Signalprogrammen behalte die Hauptrichtung Sonnenweg/Jenfelder Allee einschließlich der parallelen Fußgängerüberwege „Grün“, solange aus der Tonndorfer Hauptstraße nicht Bedarf angemeldet wird. In Hamburg gibt es nach Angaben von Pressesprecherin Meinecke aktuell 74 und speziell in Wandsbek 19 Lichtsignalanlagen, an denen der Fußgänger- und Radverkehr nicht automatisch mit dem parallelen Kfz-Verkehr „Grün“ erhält, sondern nur auf Anforderung. Der Hamburger Senat habe es sich zum Ziel gesetzt, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver zu gestalten, damit noch mehr Bürger auch Busse nutzen, so die Begründung. Die flexible verkehrsabhängige Steuerung ziele auf verkürzte und verlässliche Fahrzeiten der Busse.

Proteste gegen Bettelampeln


Die BWVI betonte jedoch, dass die Schaltung für alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen „bedarfsorientiert“ erfolgt. Einer Gruppe werde nur dann Grünzeit zur Verfügung gestellt, wenn tatsächlich eine Nachfrage vorhanden ist. Das gelte sowohl für den Kraftfahrzeugverkehr als auch für den Fuß- und Radverkehr. Die Schaltungen werden „fortlaufend“ beurteilt. So gehöre auch zur Bilanz, dass seit 2011 insgesamt 40 sogenannte „Bettelampeln“ in Hamburg abgebaut wurden. Die Diskussion über Bettelampeln hatte Horst Palzer aus Wandsbek mit einer Eingabe vom 30. Juni 2016 in Gang gesetzt (das Wochenblatt berichtete). Er forderte die Demontage aller derartigen Lichtsignalanlagen. Mit der Ampel Tonndorfer Hauptstraße/Jenfelder Allee kann er aber leben. Es gehe um die Gleichberechtigung. Man dürfe Radfahrer und Fußgänger nicht diskriminieren, sie nicht zu Verkehrsteilnehmern zweiter Klasse machen, sagte der Rentner. „Radfahrer möchten auch zügig vorankommen. Sie beschleunigen oder bremsen, um die Grünphase locker zu erreichen“. Vom Rad absteigen, Anforderungstaste betätigen und warten, das gehe gar nicht.

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1 Kommentar
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J. Stender aus Wandsbek | 21.02.2017 | 16:43  
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