Zusammenarbeit der Religionen in Steilshoop wächst

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Betende in der neuen Steilshooper Moschee am Schreyerring Foto: tel

Friedensandacht in der „offenen Moschee“ am Schreyerring 11

Steilshoop Imam Ibrahim Güney, Pastor Andreas Holzbauer und Gemeindereferentin Renata Kustusz beteten einträchtig nebeneinander unter einer deutschen und einer türkischen Flagge: Am Tag der Deutschen Einheit konnten Steilshooper das neue muslimische Gotteshaus am Schreyerring 11 besichtigen. Der „Tag der offenen Moschee“ wird seit 1997 bewusst am deutschen Nationalfeiertag veranstaltet, um die Zusammengehörigkeit der hier lebenden Muslime mit Deutschland zu bekunden. Und in Steilshoop fiel das Datum auch noch mit der Friedensandacht zusammen, die zum dritten Mal begangen wurde. Beteiligt sind die evangelische Martin-Luther-King-Gemeinde, die katholische St. Johannes-Gemeinde und die muslimische Gemeinde, die von der Gründgensstraße in ein Eckpavillon am Schreyerring umgezogen ist. Der Wunsch nach interreligiöser Zusammenarbeit in Steilshoop geht auf eine Initiative der Evangelischen Gemeinde zurück. Holzbauer: „Die Friedensandacht ist ein noch zartes Pflänzchen der interreligiösen Zusammenarbeit in Steilshoop. Aber wir können mit Freude feststellen, dass das Pflänzchen wächst und immer mehr Anklang findet. Nach unserer Andacht sind hier bei Kaffee und Kuchen Menschen miteinander ins Gespräch gekommen, die sonst nie miteinander sprechen.“ Auch Ömer Evren (32), Vorstandsmitglied der rund 60-köpfigen Muslimischen Gemeinde Steilshoop, freute sich: „Ich war sehr erstaunt über die Resonanz in der Bevölkerung. Gefreut hat mich vor allem der respektvolle Umgang miteinander“. Den Umzug ermöglicht hatte das Wohnungsunternehmen Vonovia. Probleme gibt es noch mit den Religionsgelehrten. Dazu Evren: „Wir suchen einen Imam in Dauerstellung, der auch auf Deutsch predigen kann. Bislang behelfen wir uns alle drei Monate mit einem neuen Imam aus der Türkei, der eigentlich schon in Rente ist. Das ist natürlich kein Dauerzustand.“ (tel)
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