Zwei Länder, eine S-Bahn

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Durch die geplante S4 wachsen Hamburg und Schleswig- Holstein zusammen Foto: Hamburg.de

Planung für die Linie 4 geht voran. Einsparungen sind möglich

Von Rainer Glitz
Rahlstedt
Wie ist der Stand der Dinge in Sachen S4? Der Frage gingen der Verkehrsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft und der Wirtschaftsausschuss des schleswig-holsteinischen Landtags zuletzt bei einer gemeinsamen Sitzung in Kiel nach. Ergebnis: Die Planungen für die gemeinsame S-Bahnlinie schreiten voran, und es gibt Einsparpotenziale. Grundlage der künftigen Strecke sei nach dem Willen beider Länder die Vorzugsvariante, die eine Untersuchung im Sommer ergeben hatte. Das berichtete jetzt der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, der Rahlstedter SPD-Abgeordnete Ole Thorben Buschhüter. Demnach kann das Projekt S 4 abgespeckt werden, ohne dass beim Fahrplanangebot Abstriche gemacht werden müssen.

Gleis entfällt


Im Bereich Hamburg-Marienthal sollten zu zwei Fernbahn- und einem Gütergleis ursprünglich zwei S-Bahngleise dazu kommen. Laut Gutachten kann das separate Gütergleis aber entfallen. Güterumgebungsbahn und Lübeck-Hamburg-Bahn können direkt in die zweigleisige Fernbahn-Strecke eingebunden werden. Zwischen Hasselbrook und Ahrensburg wird die separate S-Bahn-Strecke zweigleisig sein, von dort bis Ahrensburg-Gartenholz eingleisig. Zwischen Ahrensburg-Gartenholz und Bargteheide wird es kein eigenes S-Bahn-Gleises neben der vorhandenen zweigleisigen Fernbahnstrecke geben. Der Bahnhof Bargteheide muss für die S4 dann nur vereinfacht umgebaut werden. Allerdings kann in Delingsdorf kein Haltepunkt gebaut werden. Stattdessen soll die S 4 einen neuen Haltepunkt Ahrensburg-West bekommen. Dort ist dann ein Umstieg auf die U-Bahnlinie 1 nach Großhansdorf bzw. in Richtung Hauptbahnhof möglich. Im Ergebnis führt dies zu Einsparungen in Höhe von 93,3 Millionen Euro. Die Kostenschätzung für das Projekt S4 reduziert sich demnach auf 914,9 Millionen Euro. „Die S4 wird die Schienenanbindung der Stadtteile und Ortschaften entlang der Strecke deutlich verbessern. Aber sie ist auch mit hohen Kosten verbunden. Deshalb ist es sinnvoll zu schauen, ob es auch eine Nummer kleiner geht“, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter. Bereits 2016 soll für den ersten Abschnitt Hasselbrook – Wandsbek der Planfeststellungsantrag gestellt werden. Die weiteren Abschnitte folgen danach. Bis 2021 sollen sämtliche Planfeststellungsbeschlüsse vorliegen und mit dem Bau der S4 begonnen werden.
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