Zweite Amtszeit für Ritzenhoff angepeilt

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Julian Georg (Linke), Cem Berk (SPD), Dennis Paustian-Döscher (Grüne) und Kurt Nixdorff (CDU) bei der geheimen Abstimmung (v.l.n.r.) Foto: Hertel

Mehrheit der Politiker gegen Ausschreibung des Postens des Bezirksamtsleiters in Wandsbek

Von Rainer Glitz
Wandsbek
Erfolge beim Wohnungsbau, der sozialen und verkehrlichen Infrastruktur sowie der Bürgerbeteiligung: Die Halbzeitbilanz von SPD-Fraktionschefin Anja Quast fiel erwartungsgemäß positiv aus. Das Thema Flüchtlinge habe zeitweise den politischen Alltag überrollt. Rot-Grün habe sich dem mit einer klaren Haltung gestellt: „Wir haben im Ergebnis Obdachlosigkeit verhindert“, so Quast. Gute Jahre für Wandsbek, befand auch Dennis Paustian-Döscher vom grünen Koalitionspartner. Er betonte die Erfolge beim Ausbau des Radverkehrs: „Dabei geht es nicht um Ideologie, sondern Klimaschutz.“ Es sei viel schiefgelaufen, befand dagegen CDU-Fraktionschef Eckard Graage. „Insgesamt sechs Jahre Versuch und Irrtum – Sie haben nichts dazugelernt“, so seine Kritik. Flächen seien zu eng bebaut worden, Grünflächen und Bäume fielen weg, Gewerbegebiete würden vom Senat per Weisung durchgedrückt. Linke und Liberale zweifelten gar am Sinn einer solchen Generaldebatte – es gebe doch wohl Wichtigeres zu tun.

CDU und FDP für Ausschreibung


Fast übergangslos ging die Debatte über in das Thema „Wahl eines neuen Bezirksamtsleiters“. Thomas Ritzenhoff sei mittlerweile der dienstälteste Amtsinhaber, betonte Anja Quast für die SPD: „Er strahlt Sicherheit und Ruhe aus“, befand sie. Eben wegen seiner Erfahrung und der positiven Bilanz sähe sie ihn gerne in einer zweiten Amtszeit. Und auf eine Ausschreibung des Postens könne man verzichten. Das unterstützten auch die Grünen. „Wandsbek steht vor schweren Aufgaben, eine Ausschreibung wie in Eimsbüttel wäre sinnvoll“, hielt dem CDU-Fraktionschef Graage entgegen. Man dürfe Konkurrenz nicht fürchten, deshalb sei sie für eine Ausschreibung, ergänzte Helga Daniel von den Liberalen. „Wir wollen einen Wettbewerb der Ideen, alle interessierten Menschen müssen sich bewerben können“, sagte Julian Georg, Fraktionschef der Linken. Dies müsse transparent und fair erfolgen, er sei für einen echten Bezirksbürgermeister.

Geheime Abstimmung


Überraschend stimmte Rot-Grün zu, über den Antrag geheim abzustimmen. Und so mussten Wahlurne, Stimmzettel und Pappwände für improvisierte Kabinen besorgt werden. Ergebnis: 31 der Anwesenden stimmten für den Verzicht auf eine Ausschreibung, 20 dagegen. Termin für die Wahl des neuen oder alten Bezirksamtsleiters ist der 23. Februar.
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 09.02.2017 | 19:33  
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