Zwischen allen Stühlen

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Katrin Fredebohm, Leiterin des Seniorentreffs Dulsberg, zeigt die kaputten Stühle Foto: kg

Dulsberger Seniorentreff hofft auf 30 neue Sitzgelegenheiten – doch die Sozialbehörde prüft und prüft...

Von Karen Grell
Dulsberg
Wer alt ist, der hat beim Sitzen gern durch Armlehnen etwas mehr Halt und sitzt vorzugsweise auf gepolsterten Stühlen. Beim Seniorentreff in Dulsberg sind die Stühle zwar gepolstert, dafür aber seit Jahren nicht mehr bruchsicher. Rückenlehnen sind abgesplittert, Beine notdürftig angeschraubt und überhaupt „sind die Stühle alle ziemlich klapprig hier“, erklärt Katrin Fredebohm. Die Zahl an rüstigen Rentner, die hier an verschiedenen Kursen teilnehmen, wird immer größer, denn die attraktiven Angebote von Fitness über Sprachen bis zu Kochkursen, haben sich bereits im ganzen Stadtteil herumgesprochen.

Zusage vom Bezirk


„Alle arbeiten hier ehrenamtlich“, betont Katrin Fredebohm die aktuelle Lage. „Ein paar ordentliche Stühle wären deshalb eigentlich gar keine so unverschämte Forderung“, findet die Leiterin der Einrichtung. Beim Bezirk hat Katrin Fredebohm schon eine Anfrage gestartet für 30 neue Stühle und eine Zusage für zehn Stühle bekommen, die aus Sondermitteln finanziert werden sollen. Die übrigen 20 sollen von der Sozialbehörde finanziert werden. „Das Ärgerliche für uns ist aber jetzt“, so Katrin Fredebohm, „dass wir die bereits zugesagten zehn Stühle erst dann vom Bezirksamt bekommen, wenn die 20 weiteren von der Sozialbehörde ebenfalls genehmigt worden sind“. Dort werde der Antrag derzeit geprüft, sagt sie.

Besucherzahlen steigen


Eine Bürokratie, die hier zulasten der Senioren geht. Bei jeder Veranstaltung könnte eine weitere Lehne abfallen, ein weiteres Stuhlbein ins Kippen geraten oder ein bereits geflickter Stuhl doch in sich zusammenbrechen. „Wir sind immer bescheiden gewesen“, erinnert sich Katrin Fredebohm an ihre bisherige Arbeit, und verlangen auch jetzt nicht mehr als nötig. Denn eigentlich braucht der Treff bis zu 50 Sitzgelegenheiten, hat aber vor ein paar Monaten 16 Stühle aus einer Altonaer Einrichtung, die schließen musste, übernehmen können. Die kritischen Stimmen mehren sich auch im Seniorentreff Dulsberg. Mehrere Nutzer der Einrichtung hätten in den letzten Wochen immer häufiger ihre Bedenken aufgrund der fehlenden Sicherheit bei den Stühlen geäußert und Einrichtungsleiterin Katrin Fredebohm hat deshalb jetzt die ersten, besonders beschädigten Exemplare, aussortiert und in den Keller gestellt. Wenn es jetzt mal so richtig voll wird, setzen sich einige der Senioren auf die Fensterbank an die Heizung. „Was bleibt uns sonst“, bedauert Katrin Fredebohm. Der Seniorentreff sei geradezu am Aufblühen und die Stühle verfallen. Irgendwie passe das nicht zusammen.
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