Archiv für Geschichtsinteressierte

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Werner Jansen mit einer Karte von Oldenfelde aus dem Jahr 1786. Foto: Christa Möller

Liliencron-Briefe und ein besonderes Vermächtnis

Von Christa Möller


Rahlstedt. Er ist geschichtsinteressiert und freut sich, sein Hobby mit anderen zu teilen. Werner Jansen betreut mit fünf weiteren Mitgliedern des Rahlstedter Kulturvereins das Archiv des Geschichtskreises, dessen Sprecher er ist. „Der Geschichtskreis hat die Rahlstedter Geschichte aller vier Dörfer (Oldenfelde, Meiendorf, Alt- und Neurahlstedt) bis zum 19. Jahrhundert erforscht – soweit es Unterlagen gibt“, sagt er. Insgesamt 65 Mitglieder hat der Verein, der 1999 aus dem Arbeitskreis Geschichte und dem Arbeitskreis Kulturwochen entstand.
Seit einem Jahr verfügt der Geschichtskreis über einen Raum, in dem die archivarischen Unterlagen nicht nur gesammelt, sondern auch von Interessierten eingesehen werden können, die auf historische Spurensuche gehen wollen. Hier lagern alte Landkarten, Fotos, Briefe und Urkunden, aber auch frühe Rahlstedt-Bücher. Per E-Mail meldete sich vor geraumer Zeit ein Deutscher, der jetzt in Helsinki lebt und Briefe aus der Hinterlassenschaft seines Urgroßvaters zur Verfügung stellen wollte. „Der Urgroßvater war ein Kriegskamerad des Dichters Detlev von Liliencron, er hat sein Leben lang mit Liliencron korrespondiert“, erzählt Werner Jansen.
Die Liliencron-Briefe in Sütterlin-Schrift aus den Jahren 1879 bis 1908 haben Schüler des Gymnasiums Rahlstedt im Rahmen eines Projekts in die heutige lateinische Ausgangsschrift übertragen. Eine ganz besondere Sammlung bekam der Geschichtskreis Anfang dieses Jahres von Ingrid Stein. Sie stellte mehr als 200 Aktenordner, Landkarten und Bilder sowie zahlreiche zum Teil handschriftliche Notizen und Zeitungsartikel über Bewohner und Gebäude in Meiendorf,
Oldenfelde und Rahlstedt aus dem Besitz ihres Vaters, des Heimatforschers Kurt Herrmann, zur Verfügung. Darunter befinden sich Wandsbeker Zeitungen von 1976 bis 1983, die Meiendorfer Zeitung, Verkoppelungskarten, Unterlagen über die Kleinbahn, die Altrahlstedter Kirche, Pastoren in den Gemeinden, den Rahlstedter Bahnhof, den Jagdverein, die Schulen und vieles mehr. „Wir haben noch gar nicht alles ausgewertet“, sagt Werner Jansen. „Wir sind Frau Ingrid Stein für die Zurverfügungstellung des wertvollen Archivs ihres Vaters ausgesprochen dankbar.“
Kurt Herrmann war Ober-Ingenieur für Hoch- und Tiefbau und wurde 1906 in Frankfurt/Oder geboren. Er lebte seit 1935 in Hamburg. 1939 kaufte er ein Haus und Grundstücke an der Krögerstraße 31/33. „Sehr früh beschäftigte er sich mit Familien- und Heimatforschung und baute nach der Pensionierung sein Archiv auf. Die Erforschung Meiendorfer und Oldenfelder Bauernhöfe und der Kontakt mit den Bauernfamilien war eines seiner vielen Interessengebiete. Sein Plan, weitere Unterstützer zu finden, die sich mit der Geschichte der ehemaligen Dörfer Rahlstedts beschäftigen, ging zwar nicht in Erfüllung. Aber dass wir sein Archiv übernommen haben, es aufarbeiten und ausbauen, wird sehr in seinem Sinne sein“, so Werner Jansen.
„In Planung ist eine Ausstellung über die Geschichte von Meiendorf“, verrät der Geschichtskreis-Sprecher.

Weitere Infos über den Rahlstedter Kulturverein unter www.rahlstedter-kulturverein.de
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