Junge Wandsbeker helfen Peruanern

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Mathilde Dräger aus Wandsbek war bis vor einem Monat in Trujillo und hat in einem kleinen Dorf im lutherischen Kindergarten einmal wöchentlich Englisch unterrichtet. Die nächste „Staffel“ bricht übrigens Anfang August nach Peru auf Fotos: privat
 
Inga Schwerdtfeger mit Eduardo, der nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt und für den durch das Projekt „Hilfe für Eduardo“ eine Schule gebaut werden konnte

Christuskirche: Zehn Jahre Partnerschaft mit Trujillo

Von Christa Möller
Wandsbek. Vor zehn Jahren startete die Partnerschaft der Christuskirchengemeinde Wandsbek mit den Congregaciones Luteranas de Trujillo, der 1998 gegründeten Lutherischen Gemeinde von Trujillo an der Nordküste von Peru. Von dieser Partnerschaft profitieren beide Seiten. Den Mitgliedern der Jugendgruppe in der Wandsbeker Kirchengemeinde gibt das Projekt Einblick in die Dritte-Welt-Problematik, sie übernehmen Verantwortung durch die Unterstützung eines peruanischen Patenkindes.
Und dann gibt es noch das Praktikantenprogramm InterJugend, in dem sich junge Menschen im Rahmen eines sozialdiakonischen Praktikums in den Bereichen Diakonie, Bildung und Emanzipation engagieren. „Nach der Schule sind sie für ein Jahr, neun Monate oder ein halbes Jahr in der evangelischen Gemeindearbeit in Trujillo aktiv und unterrichten Englisch und Deutsch an der Universität“, sagt Pastor Richard Hoelck.
Auch der Einsatz in gemeindeeigenen Kindergärten ist Grundbestandteil des Praktikums. Im Jahr 2005/2006 lernten erstmals drei junge Frauen neben der Kultur und der spanischen Sprache auch die Gastfreundschaft der Peruaner kennen.
Im Jahr darauf nahmen vier Hamburgerinnen an dem Programm teil, darunter auch die Theologiestudentin Inga ­Schwerdtfeger, die Koordinatorin für das Projekt InterJugend ist. In Kürze geht voraussichtlich die 33. Praktikantin nach Peru. Für Inga Schwerdtfeger steht fest, dass ihr Kontakt zu der peruanischen Gemeinde auch nach Abschluss ihres Studiums Bestand haben wird. „Was ich generell aus dieser Erfahrung mitnehme, ist der Kerngedanke von Gemeindepartnerschaften. Ich glaube, dass es für uns Christen wichtig ist, uns als Gemeinschaft über Ländergrenzen hinweg wahrzunehmen.“
Voneinander lernen
Die Partnerschaft mit Peru zeige ihr immer wieder, wie viel man voneinander lernen könne und wie sich die Gemeinden gegenseitig stärken könnten. Gerade startet ein großes Bildungsprojekt: In dem neuen Bildungszentrum sollen sich unter anderem Jugendliche auf die in Peru erforderliche Aufnahmeprüfung an der Universität vorbereiten – ein Angebot für Jugendliche aus ökonomisch schwachen Verhältnissen, damit diese bessere Zukunftschancen haben. „Unsere Partnerarbeit zeichnet sich allerdings gerade dadurch aus, dass wir nicht nur Geld zur Verfügung stellen, sondern vorrangig immer auch einen menschlichen Austausch pflegen“, sagt Schwerdtfeger.
Dabei spielt das Projekt InterJugend eine sehr große Rolle. Zum einen engagieren sich unsere Wandsbeker Jugendlichen direkt vor Ort und geben etwas von ihrer Zeit und ihren Fähigkeiten an die Menschen weiter, zum anderen tut die peruanische Gemeinde aber auch viel für unsere Praktikanten.“Die jungen Hamburger lernen peruanische Kultur und Lebenswelt kennen. „Diese Beziehung bietet den Menschen in unserer Partnergemeinde also die Möglichkeit auch etwas zurückgeben zu können. Nur so funktioniert meines Erachtens eine Partnerschaft auf Augenhöhe“, betont Schwerdtfeger.
Gerade war sie zum fünften Mal in Peru war, ein Land, das sie fasziniert, „weil es trotz großer Probleme ein sehr selbstbewusstes Land ist.“ Vorstellungen, die man aus Deutschland mitbringe, würden schnell revidiert. „Vieles, was uns in Deutschland selbstverständlich erscheint, lernt man neu zu schätzen und anderes sieht man plötzlich selbstkritischer. Der Blick verändert sich und der eigene Horizont erweitert sich. Indem unsere Freiwilligen für andere etwas bewegen, gewinnen sie zugleich viel für sich selbst.

Erfahrungen

Alle Jugendlichen kommen reifer und voll neuer Erfahrungen zurück.“ Infos unter www.ejwonline.de oder bei Inga_Schwerdtfeger@hotmail.de. „Aktuelles steht auch immer auf der Facebook-Seite „Evangelische Jugend Wandsbek“ oder im Gemeindebrief der Christus-Kirche“, ergänzt die Koordinatorin.
Am 18. August wird das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft mit einem Gottesdienst in der Christus-Kirche Wandsbek gefeiert.
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