Neulich an der Tanke

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Winter ade. Der Frühling kommt. Das Auto soll in den Genuss einer Reinigung kommen. Das ist sicher im Sinne des ADAC. Also lenke ich meinen Wagen zu der ARAL-Tankstelle meines Vertrauens. Schnell Auftanken und dann zum Bezahlen an die Kasse. „Und einmal bitte noch eine Reinigung“, bestelle ich die Seifennummer. „Welche darf es denn sein?“ fragt die zugewandte Mitarbeiterin und verweist auf eine Infotafel im Hintergrund der Tankstelle. „Einmal Basis bitte“, bin ich mit mir schnell einig. „Wir haben da auch ein besonderes Angebot mit Nano-Teilchen“, erklärt mir die Verkäuferin daraufhin. Das sei toll für den Lack. Aber möglicherweise nicht für die Umwelt möchte ich fragen, verkneife mir das aber. Es bleibt bei der Basispflege.
Die Nanopflege könne ich ja das nächste Mal einschieben, meint sie noch, wenn ich in drei Wochen wiederkomme. Wie häufig sollte man eigentlich sein Auto waschen, geht mir durch den Kopf? Die Verkäuferin schocke ich mit meiner leise gemurmelten Äußerung, dass mein Auto nur rund dreimal im Jahr in diesen Genuss kommt. ARAL empfiehlt alle 3-4 Wochen diese Prozedur. Damit liege ich also weit unter der Norm.
Möglicherweise angesichts meiner weißen Haare fragt sie noch freundlich nach, ob ich die Waschstraße von ARAL kenne. Ich kann mich noch erinnern und bestätige dies mit einem Nicken. „Weil“, sagt sie mit einem Lachen, „es gibt immer wieder Kunden, die sich wundern, dass es kein Wasser gibt, sondern gleich der Föhn kommt.“ Hä? Ich solle nur der Ampel in der Waschstraße folgen, gibt sie mir noch mit auf den Weg. Ah, es gibt offenbar andere Autofahrer, die gleich zum Trocknen durchfahren. Verstehe.

Vor der Waschstraße drängeln sich zwei weitere Weißhaarige. Es wird gefachsimpelt. Dann fährt der erste Wagen in die Straße. Die Tür schließt sich allerdings nicht. Der Fahrer fährt etwas vor und dann wieder zurück. Nichts tut sich. Er steigt aus und geht zum Automaten. Seine Karte ist offenbar nicht im Schlitz verschwunden. Aber jetzt. Die Türen schließen sich. Der Mann steht vor der Tür. Scheint aber nicht beunruhigt zu sein, dass sein Auto nun ohne ihn gewaschen wird. Es wird weiter gefachsimpelt. Nach dem Waschvorgang öffnen sich die Türen automatisch. Der Mann geht in die Waschstraße, steigt ein und fährt weiter zum „Föhn“. Der Nächste bitte.

Ich fahre künftig häufiger zur Tanke und lasse mein Auto waschen. Da tobt offenbar das wahre Leben.
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