Reparieren statt wegwerfen

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Beim Repair Café wird alles repariert, was nicht gleich in die Tonne soll Fotos: kg

Hilfe zur Selbsthilfe: Das Repair Café Wandsbek

Von Karen Grell

Wandsbek. Der Fön sprüht Funken, das Licht der Wohnzimmerstehlampe flackert und die geliebte Hose aus dem letzten Sommer kneift jetzt an der Hüfte – alles noch lange kein Grund, die guten Stücke einfach in die Tonne zu werfen.

Doch wer kann seine Geräte schon eigenhändig reparieren? Eine professionelle Reparatur ist heute leider oft teurer als der Neukauf. Deshalb hat Frank Hellberg von der Tagesförderstätte Wandsbek der Alsterdorfer Assistenz Ost gGmbH vor zwei Jahren das erste Wandsbeker Repair Café eröffnet. Unter Anleitung von Fachkräften kann jeder kostenlos Hilfe und Tipps bei der Instandsetzung seiner kaputten Haushaltswaren, Klamotten und kleinen Möbel bekommen.

Elektriker, Tischler, Schneiderinnen und PC-Fachleute bieten ehrenamtlich ihre Unterstützung an. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass eine Reparatur auch gelingt“, weiß Frank Hellberg aus der Erfahrung der ersten beiden Jahre. Die Idee ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Auch dann, wenn der Lampenbesitzer des ewig flackernden Lichtes, vielleicht nicht jeden Schritt des Fachmannes gleich nachvollziehen kann, bleibt vielleicht doch ein wenig in der Erinnerung hängen und hilft dann beim nächsten Ernstfall.

„Wir wollen die Lebensdauer von Gütern verlängern und damit auch helfen Ressourcen zu schonen.“ Frank Hellberg

„Wir wollen die Lebensdauer von Gütern verlängern und damit auch helfen Ressourcen zu schonen“, erklärt Hellberg das System des Repair Cafés. Die ursprüngliche Idee stamme aus Holland und dient auch dem guten Zusammenleben in der Nachbarschaft.

Die Klienten der Tagesförderstätte sind dabei auch in vollem Einsatz, backen die Kuchen, weisen den Hilfesuchenden die passenden Tische zu und kümmern sich um die gesamte Organisation. So, wie Sascha Schoor, der heute zum ersten Mal dabei ist und noch ein wenig aufgeregt die Besucher an die richtigen Reparaturstationen geleitet. Zuerst führt er aber immer am Kuchentisch vorbei: „Hier können Sie sich gern bedienen.“ Er macht seine Sache fabelhaft und die Besucher sind sich einig: „Der ganze Ablauf ist richtig super gut organisiert“.

Frank Hellberg weiß, dass alle von diesem Projekt profitieren. Die Bastler, die hier ehrenamtlich helfen und ihren Spaß an der Sache haben, die Besucher, die sich auch untereinander aus der Nachbarschaft oft kennen und so auf einen Klönschnack zusammenkommen und die Menschen aus der Tagesförderung, die hier eine Bestätigung für gute Arbeit erhalten. Das Repair Café macht jetzt erst einmal Sommerpause, ist aber am 13. August von 14 bis 17 Uhr wieder geöffnet.

Repair Café, Von-Bargen-Straße 18, Haus E, Teilnahme kostenlos, Spenden für das Projekt sind gern gesehen. Kontakt Telefon 0173/249 21 49
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