Selbstbewusstsein stärken

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Antje Weiland (Mitte) unterstützt als Ehrenamtliche die Arbeit der Leiterin des Tagestreffs Ilga Bertelsons (rechts) und der Leitungsvertretung Ute Grunwald (links). Foto: Netzow

Tagestreff der Alzheimer Gesellschaft für Menschen mit beginnender Demenz

Von Kirsten Netzow
Wandsbek „Man gibt viel, bekommt aber auch viel zurück, beispielsweise ein Lächeln von den Gästen“, sagt Antje Weiland. Mit Gästen meint die 70-jährige die Besucher des Tagestreffs der Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V. in der Litzowstraße. Zweimal wöchentlich haben hier Menschen mit beginnender Demenz die Möglichkeit, zusammen Zeit zu verbringen, sich auszutauschen, Freude zu erleben. Die gemeinsamen Aktivitäten sollen die Betroffenen in ihrem Selbstbewusstsein stärken, um mit der Diagnose Demenz möglichst gut und selbstbestimmt leben zu können. Weiland ist eine der ehrenamtlichen Helferinnen, die für einige Stunden im Tagestreff die Betreuung der Gäste und somit die Arbeit der hauptamtlichen Kräfte Ilga Bertelsons und Ute Grunwald unterstützt. Der Tag folgt einem festen Ablauf: Nach der Ankunft gibt es Kaffee, dann geht es auf den Markt, um frische Zutaten für das Mittagessen einzukaufen. Bei der Zubereitung der Speisen hilft jeder nach seinen Möglichkeiten mit.
Nach dem Mittag folgt ein Spaziergang durch die Nachbarschaft. Eine gemütliche Runde bei Kaffee und Kuchen beschliesst den Tag. Die Gäste werden hiernach von ihren Angehörigen im Tagestreff abgeholt. „Dieser feste Ablauf tut hier allen gut“, bestätigt Weiland. Bei schönem Wetter halten sich die Teilnehmer auch gern im Garten auf, hier steht eine Tischtennisplatte zur sportlichen Betätigung bereit. Wahlweise können auch Brettspiele gespielt werden, es wird Gymnastik angeboten oder man plaudert einfach über alte Zeiten. Nicht nur die Gäste profitieren vom Aufenthalt im Tagestreff. „Er ermöglicht den Angehörigen, auch mal Luft für sich selbst zu haben und eigenen Terminen nachzugehen“, sagt Weiland. Es bestehe zudem der Austausch zwischen den Gästen und auch unter den Angehörigen, somit fühle sich keiner allein mit seiner Situation. „Für die Angehörigen ist ja besonders schlimm, dass das betroffene Familienmitglied sich mehr und mehr von seiner Persönlichkeit entfernt“, so Weiland. Deshalb brauche es meist eine Zeit bis sich die Angehörigen mit der Diagnose auseinandergesetzt haben und dann den Schritt wagen, öffentliche Hilfe anzunehmen „Die meisten Betroffenen sind sehr bemüht, sich ihre Krankheit nicht anmerken zu lassen“, so ihre Beobachtung. Vor circa vier Jahren begann die Rentnerin mit ihrem ehrenamtlichen Engagement bei der Alzheimer Gesellschaft, seit einem Jahr ist sie im Tagestreff dabei. Zusätzlich betreut sie im ambulanten Dienst einmal wöchentlich eine ältere Dame zu Hause. „Ich arbeite gerne mit Menschen. Die Tätigkeit hier ist ein Geben und ein Nehmen. Man lernt sich selbst und die eigenen Grenzen kennen, entwickelt sich weiter“, so die Ehrenamtliche über ihre Motivation. „Das Thema Demenz wird immer größer werden“, ist sich Weiland sicher. „Deshalb sollte auch die Bereitschaft zu helfen zunehmen“.

Ehrenamtler gesucht
Für die Betreuung der Gruppen im Tagestreff in der Litzowstraße 20 ein- bis viermal im Monat für jeweils drei Stunden werden noch ehrenamtliche Kräfte gesucht, ebenso für die Begleitung der Gäste in den Treffpunkt und zurück nach Hause. Es wird eine umfassende Schulung, eine Aufwandsentschädigung sowie Versicherungsschutz geboten. Interessenten melden sich bei Ilga Bertelsons unter Tel.: 040-68913625 oder per Mail unter i.bertelsons@alzheimer-hamburg.de
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