Freundin attackiert

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Chris Z. steht vor Gericht: Er hat seine Freundin angegriffen Symbolfoto: thinkstock

Polizei stoppt zugedröhnten Täter durch Beinschüsse

Von Martin Jenssen
Rahlstedt/Billstedt
Zwölf Jahre hatte Chris Z. (38) im Gefängnis gesessen. Knapp anderthalb Jahre nach seiner Freilassung rastete er wieder aus. Am 20. Dezember soll er nach einem Trinkgelage gegen 14 Uhr am S-Bahnhof Holstenstraße seiner Freundin Martina O. (24) ins Gesicht geschlagen haben. Dann drohte er: „Ich werde wieder durchdrehen!“ Martina O. fasst das als Morddrohung auf, denn als er das erste Mal „durchdrehte“, hatte Chris Z. im Anklamer Ring in Rahlstedt den neuen Freund seiner damaligen Ex-Freundin mit mehreren Schüssen getötet. Martina O. machte sich nach der Drohung sofort auf, um ihre Wohnung an der Straße Kaltenbergen in Billstedt zu erreichen. Dort angekommen, erwartete sie eine böse Überraschung. Chris Z. war schon dort. Die Tür zu der Wohnung der jungen Frau im sechsten Stock war eingetreten und die Wohnung komplett verwüstet. Sie meldete sich per Notruf bei der Polizei, schilderte die Situation und erklärte: „Ich warte auf der Straße auf die Beamten. Sie werden mich an meinem blauen Auge erkennen.“ Als die Polizei eintraf, hatte sich Chris Z. im siebten Stock versteckt, wurde dort von den Beamten gestellt. Der stark unter Drogen stehende Täter konnte in den Fahrstuhl entkommen. Die Beamten stellten ihn erneut an der Möllner Straße, wo er weiter mit einem Messer fuchtelte. Schließlich konnte der Mann von den Beamten nach vergeblicher Abgabe mehrerer Warnschüsse nur durch zwei gezielte Schüsse in sein rechtes Bein gestoppt werden. Wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung muss sich Chris Z. nun vor dem Amtsgericht St. Georg verantworten. Er schweigt zu den Vorwürfen, kann sich auch kaum an diesen Nachmittag erinnern. Zum Zeitpunkt der Tat stand er massiv unter Drogen. In seinem Blut wurden Spuren von Kokain, Ecstasy und Alkohol gefunden. Von Martina O. will er trotz seiner Tat nicht lassen. Er schrieb ihr aus der Untersuchungshaft glühende Liebesbriefe, bat sie, ihm zu verzeihen. In einem Brief beteuert er: „Ich werde für dich sogar den Alkohol aufgeben. Und das habe ich bisher noch nie jemandem versprochen.“ Der Prozess wird fortgesetzt.
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