K.O. im Kindergarten

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Psychisch kranke Mutter schlug Kindergärtnerin nieder. Sie erhielt ein mildes Urteil: Eine Geldstrafe von 1200 Euro unter Vorbehalt Symbolfoto: thinkstock

Kranke Mutter schlug Erzieherin nieder

Von Martin Jenssen
Eilbek
Furchtbares Erlebnis für Erzieherin Birgit Sch. (50) in der Kita Friedenskirche in Eilbek. Von einer wütenden Mutter wurde sie bewusstlos geschlagen. Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich die gewalttätige Mutter Liane V. (32) deshalb vor dem Amtsgericht Wandsbek verantworten.
Hintergrund der Tat: Die Mutter befürchtete, dass das Jugendamt ihr das Sorgerecht für ihren vierjährigen Sohn Paul (Name geändert) entziehen könnte. Dafür gab die Mutter der Erzieherin, in deren Gruppe das Kind betreut wurde, die Schuld. Für die Entziehung des Sorgerechts gab es jedoch ganz andere Gründe. Liane V. ist psychisch stark erkrankt. Deswegen musste ihr das Sorgerecht entzogen werden. Vor dem Amtsgericht räumte die Angeklagte die Schuld ein. Für Birgit Sch. kam der Schlag, durch den sie bewusstlos wurde, aus heiterem Himmel. Als Zeugin berichtete sie: „Ich kam am 23. April vergangenen Jahres gegen 6.40 Uhr zum Dienst. Vor dem Kindergarten wartete die Mutter von Paul auf mich. Sie machte einen völlig normalen Eindruck, und erklärte, sie müsse mich dringend sprechen. Doch zu dem Gespräch kam es nicht. Mich traf plötzlich ein Schlag an den Kopf. Von da an weiß ich nichts mehr.“ Birgit Sch. erlitt Prellungen an Jochbein und Kiefer sowie ein Schleudertrauma. Ihre Lippe musste genäht werden.
Vor Gericht gab die Angeklagte an, dass sie nach der Tat in der Psychiatrie des Krankenhauses in Ochsenzoll behandelt worden wäre. Sie versprach dem Gericht, sich auch weiterhin psychiatrisch behandeln zu lassen. Das Sorgerecht für ihren Sohn hat ihr Ex-Mann. Die Angeklagte. „Ich bin froh, dass er dort in guten Händen ist.“ Das milde Urteil: Eine Geldstrafe von 1200 Euro unter Vorbehalt. Die Angeklagte muss dieses Geld nur dann zahlen, wenn sie innerhalb eines Jahres erneut eine Straftat begehen sollte.
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