Mord an Hotelportier - Verwandter unter Tatverdacht festgenommen

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45-Jähriger soll jungen Familienvater erschossen haben. Die Polizei ist jedoch weiter auf Hinweise angewiesen

Von Malte Betz

Oststeinbek/Jenfeld. Zehn Tage nach der Ermordung eines 29-jährigen Hamburgers hat die Polizei am Wochenende einen Tatverdächtigen festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem afghanisch-stämmigen Mann heimtückischen Mord vor. Eventuell spielen familiäre Gründe eine Rolle beim Tatmotiv, denn der 45-Jährige und das Opfer waren miteinander verschwägert, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Am Sonnabendvormittag hatte das Mobile Einsatzkommando aus Kiel den Mann um 10 Uhr vor der Wohnung seiner Mutter im Stadtteil Jenfeld festgenommen. Er wurde der Lübecker Haftrichterin vorgeführt, die am Sonntag einen Haftbefehl wegen Mordverdachts erließ. Dem Verhafteten wird vorgeworfen, das Opfer mit vier Schüssen in den Brust- und Kopfbereich getötet zu haben.

Einen Tag vor dem Zugriff hatten rund 150 Beamte noch einmal ein großes Gebiet rund um den Tatort abgesucht. Auch der Weg bis zum südlich abgestellten Wagen des Opfers war weiträumig untersucht worden. Dabei sei auch etwas gefunden worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, ohne konkret zu werden. Entscheidend für die Festnahme war jedoch die Aussage eines Zeugen, der sich zeitgleich über seinen Anwalt bei der Polizei gemeldet hatte und das gefälschte Alibi des Verdächtigen für die Tatnacht platzen ließ.

Nach Angaben der Polizei ist der Mordverdächtige in Afghanistan geboren und 1993 nach Deutschland gekommen. Er habe in die Familie der Witwe eingeheiratet, diese Ehe sei jedoch mittlerweile wieder geschieden. Der Tatverdächtige sitzt in der Justizvollzugsanstalt Lübeck und machte erste Angaben, gestand die Tat jedoch nicht.

Am Morgen des 5. März hatte eine Spaziergängerin den Leichnam von Massoud A. auf einem Feldweg in Havighorst, Oststeinbek, entdeckt. Der afghanisch-stämmige Deutsche hatte als Portier in einem Hotel in Hamburg-Marienthal gearbeitet und war nach Mitternacht nicht nach Hause gekommen. Er hinterlässt zwei Kinder im Alter von sechs und zehn Jahren und seine 30-jährige Frau.
Obwohl der Fall aufgeklärt scheint, hat die Polizei ihre Ermittlungen nicht eingestellt, sondern hofft nach wie vor auf die Mithilfe der Bevölkerung. „Die Beweissicherung ist noch nicht abgeschlossen“, erklärt Polizeihauptkommissar Stefan Muhtz, Sprecher der Lübecker Kripo. Insbesondere suchen die Ermittler
jetzt noch das Schlüssel-bund des Opfers, an dem sich unter anderem der Zündschlüssel für den BMW des Opfers befinden soll.

Hinweise an die Kripo Lübeck unter Telefon 0451-1310
oder jede Polizeidienststelle.
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