Mutter aus Rahlstedt brutal erstochen

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Nadia Sahlenbeck wurde nur 41 Jahre alt. Im Februar war sie von Rahlstedt nach Grevelsberg gezogen Foto: geh

Vierjähriger Sohn der Schriftstellerin Nadia Sahlenbeck spielte im Nebenzimmer

Von Klaus Schlichtmann
Rahlstedt
Sie hatte so viele Pläne. In der vergangenen Woche noch wollte die Schriftstellerin Nadia Sahlenbeck (41) aus Rahlstedt zur Messe nach Leipzig fahren, um ein neues Buch vorzustellen (das Wochenblatt berichtete). Doch dazu kam es nicht mehr. Die Autorin mit dem Hang zu düsteren Gruselgeschichten wurde jetzt selbst Opfer eines Verbrechens. Sie wurde in ihrer Heimatstadt Gevelsberg brutal erstochen. Bis vor wenigen Wochen lebte Nadia Sahlenbeck mit ihrem kleinen Sohn Nael (4) und der Katze Nanni in einer Dreizimmer-Wohnung am Hüllenkamp. Von ihrem Partner Stefan (41), einem Kunstmaler, hatte sie sich im Sommer getrennt. „Sie ist eine fleißige Schriftstellerin, voller abgründiger und morbider Fantasie“, wurde Nadia Sahlenbeck einmal in einem Artikel gelobt – die grausame Ironie des Schicksals hat sie jetzt ähnlich wie ihre düsteren Romanfiguren das Leben gekostet.

Mörder hatte schon eine Frau erschlagen

Ihren Mörder lernte die zierliche Frau mit den pechschwarzen Haaren im Internet kennen, vermutlich im vergangenen Jahr schon. Ein Mann aus Aachen, vorbestraft. Hardy J. (56) saß acht Jahre im Gefängnis, weil er eine Frau erschlagen hatte. Doch das konnte Nadia Sahlenbeck nicht ahnen, als sie sich mit dem Täter in ihrer neuen Wohnung in Gevelsberg (NRW) verabredete. Im Februar erst war die Autorin nach dem Auszug in Rahlstedt hierhin gezogen, in die Nähe ihrer Mutter. Die Tat geschah am Vormittag. Nach einem Streit in der Küche griff Hardy J. nach einem Messer und stach der zierlichen Frau sieben Mal in den Bauch – Nadia Sahlenbeck verblutetete, während ihr Sohn im Nebenzimmer spielte. Wenige Stunden später stellte sich der Täter selbst. Nael, der kleine Sohn, lebt jetzt bei der Großmutter, vorübergehend jedenfalls. Sein Vater aber möchte ihn nach Hamburg holen, nach Meiendorf, wo er eine Wohnung hat. Stefan Keßmeyer: „Ich möchte mich um den Kleinen kümmern, ich liebe ihn doch!“

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