Schäferstündchen am Pool?

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Für ihr unerlaubtes Eindringen ins Freibad muss ein Paar aus Rahlstedt vor Gericht verantworten Symbolfoto: thinkstock

Freibad-Abenteuer eines Rahlstedter Paares endet vor Gericht

Rahlstedt/Wandsbek Das Loch im Zaun zum Freibad in Rahlstedt war wie eine Einladung für nächtliche Nacktbader. „Viele unserer Freunde haben das genutzt. Wir aber wollten in dieser Nacht nur am Pool liegen und einen Joint rauchen“, sagt Fatima (20). Die junge Frau muss sich vor dem Jugendschöffengericht Wandsbek wegen Hausfriedensbruch und Beleidigung verantworten. Ihr damaliger Freund Dalli, ebenfalls angeklagt, ist zu der Verhandlung nicht erschienen. Verraten wurden das Liebespaar durch ihre Handys. Denn auch Karin E. (75) und ihre Nachbarin Carolin L. (29) wollten die schöne Augustnacht genießen. Karin E., die auf dem Gelände des Freibades wohnt: „Wir saßen auf der Terrasse, wollten Sternschnuppen beobachten und haben Wein getrunken. Da sahen wir Lichter blitzen am Pool!“ Das waren keine Sternschnuppen, sondern aufleuchtende Handys.Die resolute Karin E., dazu berechtigt Platzverweise im Schwimmbad zu erteilen, eilte in Begleitung des schwarzen Labradors von Frau L. zum Pool, um die Eindringlinge zu verscheuchen. Dort kam es zu Beleidigungen und zu einem Gerangel. Dalli soll der alten Dame mit der Hand ins Gesicht geschlagen haben, so dass ihre Brille zu Boden fiel. Fatima soll dann auf die Brille getreten haben, so dass sie zersplitterte. Karin E.: „Außerdem haben mich die jungen Leute bespuckt und Prostituierte gerufen.“

Brille zertreten?


„Ich bin gut erzogen, mache so was eigentlich nicht“, sagt Fatima. „Aber es stimmt. Ich habe sie als Hure bezeichnet und vor ihr auf den Boden gespuckt. Die Brille habe ich nicht zertreten. Sie hat uns zuvor als ‚Kakerlaken‘ und ‚Gesindel‘ beschimpft. Außerdem hat sie gedroht, den Hund auf uns zu hetzen. Ich ängstige mich vor Hunden, habe mir fast in die Hose gemacht.“ Zur Ehrenrettung von Dalli erklärt Fatima. „Die alte Dame hat ihm mit einer Taschenlampe in die Augen geleuchtet. Er wollte ihr nur die Lampe aus der Hand schlagen.“ Vor dem Hund, der sich hinter Karin E. versteckte, hätte Fatima sich nicht ängstigen müssen. „Der tut niemandem was“, erklärte Carolin L., die während der Rangelei die Polizei verständigt hatte. Die Beamten nahmen die Personalien von Fatima auf. Dalli hatte sich bereits verdrückt. Vor Gericht kam Fatima mit einer Ermahnung davon, da ihr die Zerstörung der Brille nicht nachzuweisen war. Der Vorsitzende Richter: „Wer in ein Schwimmbad geht, der muss auch bezahlen. Das ganze Verhalten war so nicht in Ordnung. Sie hätten in den Konflikt eingreifen und ihn entschärfen sollen.“

Neues Verfahren


Auf Dalli, der sich weder vor der Polizei noch vor dem Gericht der Verantwortung stellte, kommt ein neues Verfahren zu. Da ihm weitere Straftaten zur Last gelegt werden, droht ihm eine empfindliche Strafe. (je)
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