Schläger-Trio bedroht Opfer in Billstedt

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Weil ein Unfallfahrer vom Opfer verlangte, Beweisfotos und Unterlagen zu vernichten, kam er vor Gericht Symbolfoto: thinkstock

Unfallfahrer verlangte vom Geschädigten, Beweisfotos und Unterlagen zu vernichten

Eilbek/Billstedt „Das ist ein äußerst ungewöhnlicher Fall“, so die Richterin am Schöffengericht in St. Georg. Zu urteilen hatte das Gericht über einen zunächst ganz gewöhnlichen Autounfall, der plötzlich zu einem Verbrechen wurde. Angeklagt war Tayfun B. (22) wegen räuberischer Erpressung. Der junge Angeklagte war am 1. März in der Mittagszeit in der Hasselbrookstraße in Eilbek mit dem BMW seiner Freundin auf das Auto des Billstedter Hotelangestellten Mustafa Q. (25) geknallt. Der Geschädigte: „Mein Auto hatte Totalschaden!“ Die Versicherung zahlte ihm später 2000 Euro. Am Unfallort einigten sich die Unfallgegner, die Sache ohne Polizei zu regeln. Sie machten Fotos von dem Unfall und Tayfun B. unterschrieb einen Zettel, auf dem er die Schuld an dem Unfall anerkannte. Ein Angebot, die Sache mit 1000 Euro zu regeln, schlug Mustafa Q. aus. Er wollte den Schaden von einem Gutachter prüfen lassen. Als die Freundin von Tayfun B. ihr kaputtes Auto sah, und die Folgen bedachte (Erhöhung der Versicherungsprämie), brach sie in Tränen aus. Ihr Freund, ganz „Kavalier“, wollte daraufhin alles wieder gut machen – ganz ohne Kosten. Am späten Abend des Unfalltages stand er plötzlich in der Klinkstraße in Billstedt vor der Tür des Unfallgeschädigten – in seiner Begleitung: drei große, kräftige Männer. Mustafa Q. und seine Frau bekamen große Angst vor dieser Truppe. Tayfun B. verlangte von den dem Ehepaar die Herausgabe aller Dokumente, die am Nachmittag nach dem Unfall ausgefertigt worden waren. Er nahm den Zettel, auf dem er seine Schuld erklärt hatte, an sich und löschte alle Unfallfotos auf dem Handy von Mustafa Q. „Es war eine dumme, völlig sinnlose Tat“, so der Anwalt von Tayfun B. vor dem Schöffengericht. Der Angeklagte hatte vergessen, dass auch der Schwager von Mustafa Q. Fotos von Unfall gemacht hatte. Überführt wurde er auch von einem Polizeibeamten. Das bedrohte Ehepaar hatte sich sofort nach der Tat bei der Polizei in Billstedt gemeldet. Noch während sie die Tat schilderten, rief Tayfun B. sie an und bedrohte sie, falls sie zur Polizei gehen sollten. Der Polizist hörte alles mit. Vor Gericht gab sich der Angeklagte reumütig. Er entschuldigte sich bei dem Ehepaar. Das Urteil: acht Monate Haft auf Bewährung. (je)
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