Strategien gegen Einbruch

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Gewaltsam verschaffen sich Täter Einlass in Häuser und Wohnungen wie dieses Symbolfoto zeigt Symbolfoto: thinkstock

Polizei spricht bei Stadtteilkonfi über Zahlen und Maßnahmen

Von Rainer Glitz
Jenfeld
Dass das Thema bewegt, zeigte schon der Andrang. Der Saal im Jenfeld-Haus war gefüllt. Einbruch bedeute immer ein Eindringen in die Privatsphäre. „Wir wissen, was das bedeutet“, versicherte Hans Siebensohn, Leiter des zuständigen Polizeikommissariats 38 an der Scharbeutzer Straße. „In Jenfeld sind die Einbruchszahlen seit Jahren auf einem hohen Niveau“, erklärte Frank Bueschler, Einbruchsspezialist vom Landeskriminalamt. Bei 25.000 Einwohnern gab es nach seinen Angaben 216 Taten in 2014, im vergangenen Jahr waren es 182 Fälle. In diesem Jahr könnten die Zahlen hochgerechnet wieder auf rund 200 ansteigen. „Es gibt kaum Straßen, wo noch nie eingebrochen wurde. Jeder kennt ein Opfer. Einbruch ist ein Problem der ganzen Stadt“, so der Kripobeamte. Überall gelte: Bei Beginn der „dunklen Jahreszeit“ steigen die Delikte an. Und: Je dichter die Bebauung, desto höher die Fallzahlen. Nicht zuletzt deshalb sei Jenfeld besonders betroffen. Die gesamte Region Wandsbek liegt mit einem Zuwachs von 16 Prozent unter dem stadtweiten Durchschnitt von 20 Prozent, so die aktuelle Kriminalstatistik. Die Hamburger Polizei setzt im Kampf gegen zunehmend professionellere Serientäter auf Beratung und Aufklärung. Bessere Schließzylinder und Verriegelungen von Fenstern führen mittlerweile dazu, dass 41 Prozent der Einbruchsversuche misslingen. Gleichzeitig setzt die Polizei auf neue Wege bei der Strafverfolgung, etwa durch die Soko „Castle“. Spezialisten werten die Taten ähnlich aus, wie es sogenannte Profiler sonst etwa bei Serienmördern tun. Die Arbeit sei überaus erfolgreich, erfuhren die Jenfelder. 90 Prozent aller Festnahmen beruhe aber auf Hinweisen von Zeugen. „Rufen Sie sofort die 110, wenn Ihnen in der Nachbarschaft etwa komisch vorkommt“, appellierte PK-Leiter Hans Siebensohn an das Publikum. Einbruch habe höchste Priorität, trotzdem könne es schon einmal eine halbe bis eine Stunde dauern, bis die Kollegen vor Ort seien. „Wir müssen noch besser werden und sind auf Ihre Mithilfe angewiesen“, so Siebensohn. Auch bei Kritik möge man sich an die Polizei wenden. Siebensohn räumte ein, dass in Hamburg aktuell 160 Streifenpolizisten fehlten. Beide Polizisten boten an, auch bei anderen aktuellen Themen ins Jenfeld-Haus zu kommen.
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