Ticket-Automaten zerstört

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Einer der beiden zerstörten Fahrkartenautomaten in der Bahnhofsunterführung am Doberaner Weg Foto: cy

Unbekannte richteten 50.000 Euro Schaden an. Fahrkarten-Kauf eingeschränkt

Von Cetin Yaman
Rahlstedt
Das neue Jahr fing für die Deutsche Bahn und ihre Kunden am Bahnhof Rahlstedt nicht gut an. Zwei Stunden und elf Minuten war 2015 gerade mal alt, da explodierte ein Feuerwerkskörper am Fahrkartenautomaten in der Bahnhofsunterführung am Doberaner Weg und zerstörte diesen komplett. Acht Tage später, in den Morgenstunden des 9. Januar, wurde der zweite Automat daneben in die Luft gesprengt. „Die Täter sprengten den Ausgabeschacht mit einem Feuerwerkskörper und entwendeten Bargeld in nicht bekannter Höhe“, heißt es bei der Polizei.
Die beiden Fälle von Vandalismus richteten laut Deutsche Bahn einen Schaden von rund 50.000 Euro an. Die Aufstellung von neuen Automaten kann etwas dauern: „Ein Automat wird in der nächsten Woche aufgestellt. Die Anbringung des zweiten Automaten dauert länger“, so die Auskunft von DB-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis. Die Ermittlungen werden im Landeskriminalamt 7 von den Experten für Waffen- und Sprengstoffdelikte geführt. Die Täter konnten noch nicht ermittelt werden.
Bei den Bahnkunden führte dies zu Verzögerungen, da nach der Sprengung des zweiten Fahrkartenautomaten der nächste funktionierende DB-Automat sich am anderen Ende des Gleises am Eingang der Unterführung befindet.
Diese Extra-Zeit haben Fahrgäste, die kurz vor Zugankunft erscheinen, nicht, zumal sich auch bis Redaktionsschluss noch kein Hinweis auf den zerstörten Automaten befand, wo der nächste Automat aufgestellt ist. Am Busbahnhof können zwar am HVV-Automaten auch Tickets für die DB gekauft werden, aber nicht für Fernzüge. So war dies beispielsweise bei David Dormann der Fall, der eine Fahrkarte für die Strecke nach Kassel benötigte, erst vom Wochenblatt-Reporter erfuhr, wo sich der nächste Automat befindet.
„Es bereitet einem schon Umstände, die man nicht unbedingt einkalkuliert hat. Ich bin mit einem Koffer und zwei Taschen unterwegs und muss jetzt ganz ans andere Ende laufen. Zuerst wusste ich gar nicht wo ich überhaupt hin soll“, sagte David Dormann verärgert. Auch Ronald Sass, der sein Büro in Rahlstedt hat, irrte zunächst in der Bahnhofsunterführung, bevor er den funktionierenden Automaten entdeckte. „Es ist nirgends ein Schild aufgestellt, wo man nun Bahnkarten kaufen kann. Das sollte man schon erwarten können, dass das gemacht wird“, sagt er.

„Purer Vandalismus“


Nur den Kopfschütteln angesichts der Zerstörungswut konnte auch Käthe Rathje. Die Rentnerin besitzt zwar ein HVV-Abo und ist nicht auf die Fahrkartenautomaten angewiesen, aber die Sprengung löst bei ihr Entsetzen aus: „Es ist schlimm, dass so etwas passiert. Das ist purer Vandalismus, denn viel Geld konnten sie aus dem Automaten ganz bestimmt nicht entnehmen. Im Verhältnis zum entstandenen Schaden ist das unbegreiflich“.
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