Waffe statt Wagen

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Jenfelder Autoverkäufer droht Familie mit Erschießung

Von Martin Jenssen
Jenfeld
Auf der Internetseite „mobile.de“ entdeckte Chefarzt Boris von E. aus Cloppenburg ein Schnäppchen: Angeboten wurde ein gebrauchter Mercedes ML für 40.000 Euro. Im blinden Vertrauen auf die Seriosität des Verkäufers, der sich „Öztürk“ nannte, machte sich der Chefarzt mit seiner Lebensgefährtin und seiner dreijährigen Tochter auf den Weg nach Hamburg. Das Geld für den Kauf des Mercedes hatte er in bar bei sich. In einem Gewerbegebiet bei Harburg sollte die Übergabe stattfinden.
Hinter dem Namen „Öztürk“ verbarg sich der ehemalige Autohändler Karim S. (29) aus Jenfeld. Ein Auto wollte er nicht verkaufen. Er wollte nur das Geld.
Zum Schrecken der Familie zückte der Mann plötzlich einen Revolver. Er drohte dem Arzt damit, die kleine Tochter und die Lebensgefährtin zu erschießen, sollte er nicht sofort das Geld herausrücken. Nach der Geldübergabe flüchtete der Täter.

„Ich schäme mich“


Vor dem Landgericht Hamburg legte Karim S. ein Geständnis ab. Der Gebrauchtwagenhändler: „Ich war in einer verzweifelten Lage. Allein dem Finanzamt war ich 25.000 Euro schuldig. So entstand der Plan, ein Auto zu verkaufen, das es nicht gab. Dass ein Kind dabei war, hatte ich nicht erwartet. Ich schäme mich, dass ich nicht von dem Überfall abgelassen habe.“ Auch die Beteiligung an einem Deal mit Kokain gab der Angeklagte zu. Das Gericht hatte ihm in Aussicht gestellt, es bei einer Freiheitsstrafe von knapp vier Jahren zu belassen, sollte er die Taten gestehen. Der Prozess wird fortgesetzt.
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