War er der zweite Mann?

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Bahgdor S. steht vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten schweren Raub vor Symbolfoto: thinkstock

25-Jähriger streitet jedoch Beteiligung am Einbruch mit Todesfolge ab

Von Martin Jenssen
Jenfeld
Die Erinnerung an die dramatischen Nacht vom 23 Juni 2015 in Jenfeld sind noch nicht verblasst. Damals wurde ein dreister Räuber in der Jenfelder Allee von einem Hausbesitzer erschossen. Ein zweiter Einbrecher, der an der Tat beteiligt war, konnte fliehen. Fast anderthalb Jahre wurde nach ihm gesucht. Jetzt endlich wird er möglicherweise seine Strafe bekommen. Vor dem Hamburger Landgericht muss sich der Afghane Bahgdor S. (25) verantworten. „Versuchter schwerer Raub“ wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Es könnte ein langer Prozess werden, denn der Angeklagte streitet eine Beteiligung an dem versuchten Raub ab. Er sei Opfer einer Lügengeschichte geworden, erklärt er vor Gericht. Nicht leugnen kann er allerdings, dass er den Einbrecher Moustapha A. (25), der aus Niger im nordwestlichen Afrika stammte, gut kannte. „Moustapha und ich sind in den Jahren 2006 und 2007 zusammen in einer Wohngruppe in Lurup aufgewachsen“, erklärt er. Danach aber hätte er keinen intensiven Kontakt zu dem stämmigen Afrikaner gehabt. An dem Juniabend in Jenfeld klingelten gegen 22.45 Uhr zwei südländisch aussehende junge Männer an der Haustür des Einfamilienhauses in der Jenfelder Allee. Sie fragten, ob gerade ein Krankenwagen vorbei gefahren sei. Der Hauseigentümer Dieter B. (63) verneinte das. Er wohnte dort zusammen mit seinem 92-jährigen Vater. Etwa 15 Minuten später klingelten die Männer erneut. Obwohl Dieter B. die Haustür mit einer Absperrkette gesichert hatte, zertraten sie den Hauseingang und brachen in das Haus ein. Dieter B. hatte sich inzwischen mit einer Pistole bewaffnet. Er schoss auf die Einbrecher. Moustapha A. wurde getroffen. Er starb wenige Minuten später an den Folgen der Schussverletzung.

Er soll Lebensgefährtin misshandelt haben


Vor dem Landgericht muss sich Bahgdor S. nicht nur für den missglückten Raub verantworten. Er soll auch seine ehemalige Lebensgefährtin im Oktober 2016 geschlagen, beleidigt und mit dem Tode bedroht haben. In einer Wohnung in Nedderfeld soll er die junge Frau sogar so stark gewürgt haben, das sie 30 Minuten ohne Bewusstsein blieb. Dieser Freundin soll er die Mittäterschaft an dem versuchten Raub in Jenfeld gestanden haben. Vor Gericht streitet der Angeklagte Afghane auch den Gewaltvorwurf gegenüber seiner Ex-Freundin ab. „Ich habe ihr keine schweren Verletzungen zugefügt“, erklärt er und vermutet: „Sie will mich schwer belasten, damit ich lange im Gefängnis bleibe.“ Der Prozess ist bis zum 10. März terminiert. Als Zeugen wird das Gericht unter anderen die Ex-Freundin des Angeklagten und den Hauseigentümer Dieter B. vernehmen.
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