Wattetupfer vergessen

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Geldstrafe auf Bewährung für missglückte Schönheitsoperation

Harvestehude/Wandsbek Durch eine Folgeoperation in der Asklepios Klinik in Wandsbek fanden die Chirurgen heraus, warum eine junge Frau wochenlang über Schmerzen in ihrer rechten Brust klagte. Sie förderten einen Wattetupfer zu Tage, der nach einer Schönheitsoperation in einer Klinik am Rothenbaum in der Wunde vergessen worden war. Die inzwischen 25-jährige Frau hatte sich dort ihre Brüste verkleinern lassen. Vor dem Amtsgericht Mitte musste sich jetzt Dr. Martin K. (54), der verantwortliche Arzt während der Schönheitsoperation, wegen „fahrlässiger Körperverletzung“ verantworten. Er hatte es versäumt, alle Tupfer vor und nach der Operation zählen zu lassen. Die vergessene Tupferwatte in der Brust hatte Folgen. Ein Teil des Brustgewebes musste entfernt werden. Die rechte Brust ist dadurch kleiner geworden.
Das Urteil gegen den Schönheitschirurgen: Eine Geldstrafe von 20.000 Euro auf Bewährung. Außerdem muss er ein Bußgeld von 4.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Arzt entschuldigt sich persönlich bei Patientin

Das milde Urteil verdankt der Angeklagte seiner Einsicht in die eigene Schuld. Der Arzt, der bisher über 15.000 Operationen ohne Beanstandung absolviert hat, entschuldigte sich persönlich bei der Patientin und zahlte ihr zusätzlich zu der Entschädigung durch die Haftpflichtversicherung (rund 15 000 Euro) ein Schmerzensgeld von 7.000 Euro. Außerdem übernahm er die Kosten von 8.000 Euro für die missglückte Operation. Vor allem die persönliche Entschuldigung war der Patientin wichtig. Für die Operation hatte sie einen Kredit aufgenommen.
Die Klinik hat aus den Fehlern gelernt. Vor und nach den Operationen werden die
Tupfer jetzt durchgezählt. (je)
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