„Beste Platzierung seit 15 Jahren“

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Der aus Kasachstan stammende Stürmer Tim Maier (l.), der am Ende der vergangenen Saison von den Ritter Nordhorn nach Farmsen kam, im Zweikampf mit seinem Gegenspieler Foto: Thomas Hoyer
 
Torjubel bei den Crocodiles. Von links: René Wegner (v.l.), Jan Michalek und David Rutkowski Foto: Hoyer

Farmsener Crocodiles beschließen Saison als Fünfter. Abwärtstrend gestoppt

Von Thomas Hoyer
Farmsen
Für die Eishockey Crocodiles des Farmsener TV ging in der vergangenen Woche eine erfolgreiche Saison zu Ende. Zwar schied der Oberligist vom Berner Heerweg nach großen Kampf im Viertelfinale der Play-offs gegen die Harzer Falken aus, doch die seit Beginn der Serie gezeigten Leistungen machen den Verantwortlichen Mut, dass ihr Team nach jahrelanger Durststrecke auf dem richtigen Weg ist, um auch in Zukunft endlich wieder richtig zuzubeißen.
Die Hauptrunde schlossen die Krokodile, die sich zu Saisonbeginn gut verstärkt hatten, mit der ausgeglichenen Bilanz von 16 Siegen und 16 Niederlagen ab. Dabei bewies die Mannschaft, dass sie an guten Tagen sogar den Spitzenteams Paroli bieten kann. Ende November gab es einen umjubelten 6:5-Sieg gegen den Tabellenersten Hannover Indians, der derzeit im Halbfinale der Play-offs gegen die Rostock Piranhas spielt. Höhepunkte aber waren vor vollem Haus die Auseinandersetzungen mit Lokalmatador HSV. Von den vier Duellen konnten die Farmsener drei für sich entscheiden, wobei die beiden Heimspiele von rund 1000 Zuschauern besucht wurden.

Finanzieller Engpass


Weniger erfreulich war, dass die Crocodiles kurz vor Jahreswechsel in einen finanziellen Engpass gerieten. Fest eingeplante Sponsorengelder blieben aus, was ein großes Loch in die Etatplanung riss. Doch hatten die Farmsener Glück: Ein Hamburger Sportmarketingunternehmen stellte eine ausreichende Summe bereit, und auch die Einnahmen aus einem Benefizspiel gegen ein Allstars-Team der Oberliga Nord sorgten dafür, dass die Saison sicher weiter gespielt werden konnte und man schließlich als Tabellensechster der Hauptrunde in die Play-Offs einzog. Dort traf die Truppe um Kapitän Stefan Tillert auf die Harzer Falken, die hinter den Hannover Indians und den Hannover Scorpions Platz drei belegt hatte. In den vier Spielen der Hauptrunde hatten die Crocodiles mit zwei Siegen und zwei Niederlagen eine ausgeglichene Bilanz erreicht, wobei das zweite Match im Harz mit 5:4 gewonnen wurde.
Auch diesmal sollte es eine Auseinsetzandersetzung auf Augenhöhe werden. Nach fünf Partien lag man gegen die Braunlager mit 2:3 im Hintertreffen. Auswärts wurde dreimal verloren (2:5, 2:5, 1:7), während man die Duelle in eigener Halle mit 4:1 beziehungsweise 7:1 für sich entscheiden konnte.
Auf diese Heimstärke bauten die Crocodiles auch in der letzten Partie. Mit einem weiteren Sieg wollte man ein Entscheidungsspiel erzwingen und doch in das Halbfinale der Play-offs einziehen. Trotz des ungewohnten Dienstags kamen fast 400 Fans in die Eissporthalle Farmsen, darunter eine lautstarke „Abordnung“ aus Braunlage, um ihre Mannschaften anzufeuern. Und die Gäste hatten zunächst allen Grund zum Jubeln: Nach fünfeinhalb Minuten hieß es bereits 2:0 für die Niedersachsen. Doch die Schützlinge von Sven Gösch, der Jan Pelant Anfang November als Trainer abgelöst hatte, zeigten sich davon zunächst unbeeindruckt. Daniel Hoffmann und Stefan Gebauer glichen zum 2:2 aus.

Im Viertelfinale gepatzt


Dann aber schlitterte die Defensivabteilung der Crocodiles im wahrsten Sinne des Wortes von einer Katastrophe in die andere. Innerhalb von nur 127 Sekunden zog der Gegner durch vier Treffer auf 6:2 davon. Immerhin konnte Tobias Bruhns kurz vor dem Abpfiff noch auf 3:6 verkürzen. Und als Michal Bezouska, mit 44 Toren und 30 Vorlagen Topscorer seines Teams, 59 Sekunden vor Ende des ausgeglichenen zweiten Spielabschnitts der vierte Treffer gelang, schienen die Gastgeber wieder im Geschäft. Doch die Freude währte kaum eine halbe Minute, da stellten die Falken den alten Abstand wieder her. Auch wenn Bezouska im letzten Drittel noch einmal traf, konnten die Crocodiles das Blatt nicht mehr wenden und verloren schließlich mit 5:9 und schlossen die Saison damit als Fünfter ab.
Trotz der Enttäuschung über die Niederlage herrschte im Lager der Farmsener auch große Zufriedenheit über das Erreichte. „Obwohl der Traum vom Einzug ins Halbfinale geplatzt ist, freuen wir uns riesig über die beste Platzierung der Crocodiles seit 15 Jahren“, so Pressesprecher Nils Abraham. „Darauf lässt sich aufbauen.“ Die Mannschaft wird nach derzeitigem Stand zusammenbleiben, wobei der ein oder andere Abgang aber nicht auszuschließen ist. Die Vorbereitungen zur nächsten Saison sind angelaufen. Neue Spieler, darunter ein Schwede, werden in den kommenden Wochen getestet.“
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