Eiskalter Klassenkampf der Crocodiles

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Verteidiger Lukas Turek (l.) im Zweikampf mit Essens Jan Barta Foto: Thomas Hoyer
 
Tobias Bruns ist bester Torschütze Foto: Hoyer

Am 18. März beginnt die Relegationsrunde. Für den Farmsener Eishockey geht es um Verbleib in der Oberliga

Von Thomas Hoyer
Farmsen
Mit ansprechenden Leistungen tankten die Eishockey Crocodiles des Farmsener TV am vergangenen Wochenende Selbstvertrauen für die letzten drei Punktspiele und die anschließende Abstiegsrunde. Zwar gab es bei Fass Berlin (2:3) und am Sonntagabend in der Eissporthalle Farmsen gegen die Moskitos Essen (2:5) zwei Niederlagen, doch präsentierte sich die Mannschaft in einer Verfassung, die auf den Klassenerhalt hoffen lässt. Die Crocodiles, bei denen David Rutkowski und Daniel Hollmann verletzt ausfielen, kamen gegen die Moskitos nur schwer ins Spiel. Der Gegner ging in der 10. Minute in Führung. Keeper Elmar Trautmann verhinderte in der Folge einen höheren Rückstand. Zwei Minuten vor Drittelende durften dann auch die Farmsener jubeln: Stefan Gebauer schoss den Essener Torhüter geschickt von hinten an, und der Puck lag zum 1:1 im Netz (19.). Die Essener dominierten auch im zweiten Drittel, gingen mit 2:1 in Führung und legten kurz darauf mit einem abgefälschten Schuss von der blauen Linie den dritten Treffer nach. Doch ließen sich die Gastgeber nicht entmutigen. Tobias Bruns gelang es, zwei Essener abzuschütteln und zum Anschlusstreffer einzunetzen (37.). Im letzten Spielabschnitt konnte das Team von Trainer Sven Gösch prima mithalten. Der Gegner machte es aber besser und erhöhte durch zwei Treffer zum 2:5 Endstand. Dass es die Farmsener schwer haben würden, in der vor Saisonbeginn völlig neu formierten Oberliga mit unter Profibedingungen trainierenden Spitzenmannschaften mitzuhalten, war den Verantwortlichen vor Saisonbeginn klar gewesen. „Man kann sich wirklich fragen, ob es sportlich sinnvoll war, derart starke Teams wie den holländischen Meister Tilburg Trappers oder den EC Duisburg in die Oberliga einzustufen“, kritisiert Pressesprecher Nils Abraham. Obwohl das Team in der zu Ende gehenden Serie 33 von 38 Partien verlor, boten die Crocodiles auch einige gute Leistungen, die gezeigt haben, was geht. So wie beim Heimspiel gegen den Tabellen siebten EC Neuwied, mit dem man sich ein Duell auf Augenhöhe lieferte, obwohl am Ende doch 3:5 verloren wurde. Mit bislang nur zwei Siegen und drei Erfolgen nach Overtime, der Nachspielzeit bei Unentschieden bis zum ersten Treffer, steht die Mannschaft zwar ganz unten, doch hätte es sicherlich den einen oder anderen Punkt mehr gegeben, wären nicht im November und Dezember bis zu acht Akteure krankheitsbedingt ausgefallen. „Da grassierte ein Virus in der Kabine“, so Nils Abraham. „Das war nicht zu kompensieren.“ Zudem fehlte Jan Michallik neun Wochen nach Muskelfaserrissen im Bauchbereich. „Alle Ausfälle haben die Entwicklung der Mannschaft enorm gehemmt“, bedauert Abraham. Absoluter Tiefpunkt: das 0:20-Debakel beim EC Duisburg, als Spieler der zweiten Mannschaft aushelfen mussten, um überhaupt eine Truppe aufs Eis schicken zu können. Erfolgreichster Torjäger des Teams ist Tobias Bruhns, ein Hamburger Jung. Der 27-Jährige erzielte 16 Treffer und bereitete zwölf weitere vor. Die meisten Torvorlagen (18) gab Nikolai Varinanov, der zudem achtmal selbst traf. Besonders erfreulich ist das bisherige Auftreten von zwei jungen Akteuren. Der 21-Jährige Anton Zimmer konnte mit zwölf Toren und acht Assists überzeugen, während sich der gleichaltrige Verteidiger Max Cejka von Spiel zu Spiel immer weiter steigerte. Am 18. März wird es für die Crocodiles ernst. Dann beginnt die Abstiegs-/Relegationsrunde, in der die fünf Letztplatzierten der Oberliga gegen die drei Regionalligameister in zwei Gruppen antreten müssen. Über den endgültigen Modus ist noch nicht entschieden, da mit dem EC Adendorf und dem sächsischen Team Tornado Niesky zwei Erstplatzierte möglicherweise auf ihre Aufstiegschance verzichten wollen. „Egal wie letztlich gespielt wird. Wir müssen wirklich alles für den Oberliga-Verbleib tun“, fordert Nils Abraham. „In diesem Fall wollen uns nicht nur alle Sponsoren weiter unterstützen, sondern sogar neue Förderer dabei helfen, dass in Farmsen attraktives Eishockey geboten wird.“
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