Ersten Matchball vergeben

Anzeige
Bingöls Kapitän Cengiz Yilmaz (l.) klärt vor Tim Simon mit akrobatischem Einsatz Foto: Thomas Hoyer
 
Mit nachdenklicher Miene verfolgt Trainer Sebastian Degenhardt die schwache Vorstellung seiner Mannschaft Foto: Hoyer

Spitzenreiter VSG Stapelfeld verliert überraschend beim FC Bingöl

Von Thomas Hoyer
Stapelfeld
Die Kicker des VSG Stapelfeld führen zwar vor dem letzten Spieltag weiter die Tabelle der Kreisklasse 8 an, doch mit dem erhofften, zum Aufstieg noch fehlenden „Dreier“ wurde es nichts. Völlig überraschend unterlag der Spitzenreiter der „Zweiten“ des FC Bingöl am vergangenen Sonntag mit 1:3. Die Konkurrenz liegt in Lauerstellung, so dass im letzten Saisonspiel unbedingt ein Sieg her muss. Dabei hatte die Partie für den Favoriten vielversprechend begonnen. Die Stapelfelder übernahmen sofort das Kommando. Das zahlte sich bereits in der 5. Minute aus, als Tim Simon den gegnerischen Keeper mit einem 30-Meter-Aufsetzer ins linke untere Eck zum 1:0 überraschte. In der Folge bestimmte das Team weiter das Geschehen, war aber dabei nicht zwingend genug. Einige Distanzschüsse verfehlten das Gehäuse. David Hillebrecht hatte mit einem Schuss auf die Oberkante der Latte Pech, während Marko Schultz nach einem Pressschlag im Mittelfeld plötzlich frei auf das gegnerische Tor zulaufen konnte, Bingöls Keeper den Ball aber direkt in die Arme hob. Mit seinem ersten gefährlichen Angriff erzielte der Gastgeber den Ausgleich: ein halbes Eigentor von Jonny Pawzik, der nach scharfer Hereingabe mit seinem Gegenspieler Murat Basaran in den Ball hineinrutschte (36.). Drei Minuten nach dem Seitenwechsel gerieten die Stapelfelder durch ein Kopfballtor von Sinan Cicek nach einer Ecke sogar mit 1:2 in Rückstand. Kurz darauf vergaben sie eine riesige Doppelchance zum Ausgleich. Zunächst scheiterte der viel zu lange zögernde Marko Schultz aus kurzer Distanz am Torwart der Platzherren, dann verfehlte Hillebrecht mit dem Nachschuss knapp den rechten Torwinkel. Nach einer Stunde versuchte Trainer Sebastian Degenhardt das Blatt mit einem Zweifachwechsel zu wenden, doch zu echten Hochkarätern kamen die weiterhin meist spielbestimmenden, aber oft zu einfallslos agierenden Stapelfelder nicht mehr. Im Gegenteil: In der Nachspielzeit erhöhten die Platzherren gegen die entblößte VSG-Abwehr durch Ugur Kalan auf 3:1. „Das war eine schwache Leistung von uns, wir können besser Fußball spielen“, so Trainer Degenhardt. „Mein Team war heute ziemlich nervös und hat sich zu viele Fehler geleistet.“

Gute Vorbereitung


Schon über weite Strecken der vergangenen Serie hatten die Stapelfelder an das Tor zur Kreisliga geklopft, aus der man ein Jahr zuvor abgestiegen war. An den letzten Spieltagen ließ das Team jedoch unnötig einige Punkte liegen, so dass es am Ende nur zum fünften Platz reichte. Für diese Saison hatten sich Kapitän Marco Franz, seine Mitstreiter und das Trainerteam einen erneuten Anlauf auf die Kreisliga zum Ziel gesetzt. Die Truppe war nahezu komplett zusammen geblieben, musste aber kurz vor Beginn der Vorbereitung den überraschenden Weggang von Torwart Paul Malik zur Bezirksligatruppe des SC Condor verkraften. Zum Glück sprang Toni Mazanke ein, ein ehemaliger Juniorenspieler des VSG Stapelfeld, der allerdings praktisch bei Null beginnen musste, dafür seine Sache aber in der Hinrunde recht ordentlich machte. Die Stapelfelder spielten von Beginn an oben mit, wobei die „Dritte“ von Lorbeer zur Winterpause jedoch schon sechs Punkte Vorsprung besaß. Im letzten Spiel des Jahres kassierte man noch eine empfindliche 0:4-Niederlage gegen die „Zweite“ von Eisenbahn; dann aber lief es wie am Schnürchen, wozu zwei Zugänge zur Winterpause beitrugen. Nicolas Rodriguez (von RSC II), die neue Nummer eins im Tor, und Stürmer Tim Simon (Rahlstedter SC III), der im weiteren Verlauf der Serie neun Treffer erzielte. Angetrieben von Mittelfeldmotor Felix Voges, einem superstarken Innenverteidiger Marco Franz, mit 15 Treffern (!) hinter Marko Schultz (26) zweitbester Torschütze der Stapelfelder, fuhr das Team Sieg auf Sieg ein, darunter ein 3:1-Erfolg über Lorbeers „Dritte“, die man bereits zwei Wochen zuvor am 24. Spieltag als Tabellenführer abgelöst hatte. Letzter Gegner der Stapelfelder ist am Donnerstag, 19.Mai, der FC Maihan, dem man im Hinspiel ganz deutlich mit 3:0 bezwang (19.30 Uhr, Sportlatz Brunsbek). „Den ersten Matchball haben wir leider vergeben“, so Trainer Degenhardt. „Dann verwandeln wir eben den zweiten.“
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige