Glatt statt matt

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Vorsitzender Peter Garbers und Mannschaftsführer Gottfried Schoppe Foto: Münder

Schachclub Caissa wird erfolgreiche 50 Jahre alt

Von Peter Münder
Rahlstedt
Zum Jahresanfang 1972 hatte der charismatische Caissa-Vorsitzende Willi Knak (1898-1975) an die Vereinsmitglieder Neujahrsgrüße mit den hübschen Zeilen geschickt: „Was nützt dem König Springer, Läufer, Turm und Dame, wenn kess und frech der Bauer gibt ihm „matt“, im Leben sind die Größten oft nur Lahme, und wie im Schachspiel geht selten so etwas glatt“. Wenn der Verein jetzt auf sein 50jähriges Bestehen zurückblickt, bleibt festzustellen, dass dank der rührigen Aktivitäten von Willi Knak und der Unterstützung durch Siegfried Baumann und Günter Pasternak die meisten Unternehmungen doch ziemlich glatt gingen. Welcher andere Verein wäre auf die Idee gekommen, einen Bus zu chartern, um die Spieler regelmäßig zu Auswärtsspielen zu transportieren? Wer arrangierte die Simultan-Vorstellung des Deutschen Meisters Ludwig Rellstab, der gegen 30 Caissa-Spieler antrat? Wobei übrigens vier Caissa-Kämpfer siegten und vier remisierten!
Willi Knak vertrat unorthodoxe Maximen: Die Punktspielteilnahme war eiserne Pflicht, ein Nichterscheinen war nur denkbar „im Todesfall oder bei schwerer Krankheit“. Die sozial-integrativen und kommunikativen Aspekte lagen ihm am Herzen: Gruppenausflüge und Open-Turniere, aber auch Spiele gegen inhaftierte Zuchthäusler in Fuhlsbüttel gingen auf seine Initiative zurück.

Die Anfänge


Erst hatte man Probleme, genügend Bretter für zehn Spieler aufzutreiben, dann spielte man sogar mit fünf Mannschaften und im Jubeljahr 1973 hatte die 1. Mannschaft den Gipfel- nämlich den Aufstieg in die Stadtliga- erreicht.
Ursprünglich war Caissa aus dem TSV Hohenhorst hervorgegangen. Eine kleine Gruppe hatte sich im Mai 1965 ausgeklinkt und fand über Umwege im Gemeindesaal der Rahlstedter Martinskirche ein Spiellokal. Im Restaurant am Berliner Platz waren sie nämlich nicht mehr willkommen: „Die trinken alle zu wenig und spielen zu viel Schach“, hatte sich der Wirt bei Willi Knak beklagt.
Es ist schwer, diese vom quirligen Willi begründete Tradition weiterzuführen. Aber die Jugend macht Mut: Von den jetzt aktiven 40 Caissa- Spielern sind 20 Kinder und Jugendliche, darunter auch so vielversprechende Cracks wie der 13jährige Jonas Gremmel und Fabian Bloh. Die erfolgreiche Jugendarbeit von Siegfried Baumann und Christian Pfaff, der vor kurzem simultan an zehn Brettern gegen Youngster spielte, sorgt für den guten Zusammenhalt zwischen Jung und Alt. Und diese Saison verlief auch für die 1. Mannschaft in der Kreisliga D mit einem guten Platz im Mittelfeld auch ganz passabel. Um diese Aktivitäten kümmern sich der Vorsitzende Peter Gerbers und Mannschaftsführer Gottfried Schoppe. (wb)
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