Gut gerüstet

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Das Rollstuhlbasketball-Bundesligateam des SV (hintere Reihe v. l.): Nikolaus Classen, Martin Steinhardt, Ahmed Coskun; (mittlere Reihe): Trainer Holger Glinicki, Lars Mortensen, Nadine Bahr, Bridie Kean; (vordere Reihe): Dirk Thalheim, Edina Müller und Maya Lindholm.
 
Nikolaus Classen (r.), der insgesamt acht Punkte erzielte, beim Korbwurf. Fotos: Thomas Hoyer

HSV Rollstuhlbasketballer kämpfen um Klassenerhalt

Wandsbek. Die Rollstuhlbasketballer des HSV sind für die entscheidenden Spiele im Abstiegskampf in der 1. Bundesliga hoch motiviert und gut gerüstet. Das zeigte sich am vergangenen Sonntag, als man dem Tabellenfünften Mainhatten Skywheelers lange Paroli bieten konnte und sich am Ende nur knapp mit 59:66 (28:31) geschlagen geben musste.
Die Hamburger waren gegen den Favoriten aus Frankfurt von Beginn an voll da. Nach schneller 4:0-Führung durch Körbe von Edina Müller und Nikolaus Classen entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem die Führung zunächst mehrfach wechselte, und auch als man Mitte des dritten Spielviertels mit zehn Punkten in Rückstand geriet (30:40), ließen sich die besonders in der Defensive starken Hamburger nicht entmutigen. Mit zwei Körben sorgte Lars Mortensen für den 46:46 Ausgleich. Erst in der Schlussphase wurden die Mainhatten Skywheelers ihrer Favoritenrolle gerecht, nutzen Fehlwürfe der Gastgeber zu schnellen Gegenstößen mit erfolgreichem Abschluss. Auch durch zwei Drei-Punkte-Würfe von Ahmet Coskun, an diesem Tag mit 14 Zählern treffsicherster Schütze, und Martin Steinhardt war der Vorsprung des Gegners nicht mehr wettzumachen.
Dass die Mannschaft, die als Zweiter der 2. Bundesliga nach dem Verzicht von Meister SG Ahorn Panther aufgestiegen war, in der neuen Serie von Beginn an um dem Klassenerhalt kämpfen würde, war den Verantwortlichen von vornherein klar. Nach dem Rückzug mehrerer Aktiverstanden Trainer Holger Glinicki nur neun Spielerinnen und Spieler zur Verfügung, davon vier Frauen, so viele wie bei keinem anderen Bundesligisten, unter ihnen die beiden Goldmedaillengewinnerinnen der letzten Paralympics, Maya Lindholm und Edina Müller. Zudem war die Vorbereitung auf die neue Serie aufgrund der Spiele in London sehr kurz. Mit der 25-jährigen Australierin Bridie Kean, die sich bei den Paralympics mit ihrem Team erst im Endspiel der ebenfalls von Holger Glinicki trainierten Deutschen Frauennationalmannschaft geschlagen geben musste, konnte zunächst nur ein Neuzugang gewonnen werden. Zum Glück gelang es, noch zwei weitere Rollstuhlbasketballer zu holen, den schwedischen Nationalspieler Lars Mortensen und Ahmet Coskun. Zwar lief es mit den beiden Neuen etwas besser, doch konnten auch sie nicht verhindern, dass die ersten sieben Partien verloren gingen. Erst am 8. Spieltag durfte das Team um Kapitän Nikolaus Classen und Topscorer Martin Steinhardt - beide haben als einzige keine körperliche Behinderung („Fußgänger“), endlich über einen Erfolg jubeln. Die „Köln 99ers“ wurden in eigener Halle 66:65 geschlagen. Treffsicherster Schütze war Coskun mit 25 Punkten, während Edina Müller im Aufbau eine starke Leistung bot und in der Schlussphase zwei ganze wichtige Körbe erzielte. „Trotz unserer bisher mageren Ausbeute, haben wir den Klassenhalt noch nicht abgeschrieben“, gibt sich die 216-fache Ex-Nationalspielerin Heidi Kirste, Pressesprecherin des Teams, kämpferisch. „Dazu müssen wir gegen unsere Mitkonkurrenten im Abstiegskampf gewinnen. Die Partie am kommenden Sonnabend bei den Jena Caputs hat bereits vorentscheidenden Charakter.“
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