Hamburger Boxer holt olympische Medaille

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Artem Harutyunyan vom TH Eilbeck erkämpfte in Rio als einziger deutscher Boxer eine Medaille Foto: Hoyer
 
Der Bronze-Medaillengewinner Harutyunyan trug sich auch ins Goldene Buch der Stadt Frankfurt ein Foto: Robert Harutyunyan

Artem Harutyunyan vom TH Eilbeck kehrte mit Bronze aus Rio zurück

Von Christian Hanke
Eilbek
Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro wird Boxer Artem Harutyunyan so schnell nicht vergessen. Der 26-jährige Faustkämpfer vom TH Eilbeck gewann im Halbweltergewicht die Bronzemedaille und war damit der einzige Medaillengewinner unter den deutschen Boxern und überhaupt der einzige deutsche Faustkämpfer, der in Rio als Sieger aus dem Ring ging. Er besiegte den Kanadier Arthur Biyarslanow mit 2:1 Richterstimmen und den Türken Batuhan Gozgec mit 3:0, bevor er im Halbfinale mit 0:3 an dem für Aserbaidschan startenden, 15 Zentimeter größeren Kubaner Lorenzo Sotomayor Collazo scheiterte. „Der erste Kampf war schwierig. Es lastete ein großer Druck auf mir“, berichtete der Medaillengewinner dem Wochenblatt. Und zu seinem Halbfinalkampf: „Von meinem Gefühl her dachte ich, ich hätte die dritte Runde gewonnen.“ Gleich zu Beginn des Kampfes gegen Sotomayor Collazo bekam Harutyunyan dessen Ellenbogen unter die Augenbraue. „Dadurch war ich stark beeinträchtigt. Blut lief in mein Auge. Der Kampfrichter hat nicht reagiert. Das war unsauber und unbequem“, erzählt Harutyunyan. Aber der stets strahlende Deutsch-Armenier, der 1991 als Kleinkind mit seinen Eltern nach Hamburg kam, sieht´s insgesamt positiv: „Ich habe nicht verloren, sondern eine Bronzemedaille gewonnen. Wir haben unseren Wettkampfplan umgesetzt. Das hat gut geklappt.“ Olympia in Rio war für ihn natürlich ein wahnsinniges Erlebnis. Ganz irre begann es für Harutyunyan bei der Eröffnungsfeier. „Ich stand vor dem Einmarsch neben dem Judoka Karl Richard Frei. Dann stellten sich die großen Handballspieler vor uns, und ich sagte: „Die verdecken uns“. Daraufhin nahm mich Frei auf seine Schultern und trug mich ins Stadion. Ich habe davon ein Selfie gemacht. Das war ein einzigartiges Erlebnis“, erzählt der Eilbeker Boxer. Auch das Olympische Dorf hat den 26-jährigen Boxer, der am Tag vor seinem ersten Kampf Geburtstag hatte, fasziniert. „Ich habe sehr viele Sportler kennen gelernt, vor allem Judoka, Ringer, Hockeyspieler“, berichtet Harutyunyan. Erhebend war natürlich die Siegerehrung. „Ich habe mich sehr stolz gefühlt“, strahlt Harutyunyan.

Mentaler Unterstützer


Bestens unterstützt wurde er von seinem ebenfalls boxenden Bruder Robert, der gleich neben dem Olympischen Dorf wohnen konnte. Robert hatte die Olympiaqualifikation nur knapp verpasst und fungierte in Rio auch als Trainingspartner seines Bruders. „Er war meine mentale Unterstützung“, berichtet Artem Harutyunyan. Die Brüder sind ein Herz und eine Seele. Demnächst werden beide heiraten. Allerdings zeitversetzt. Robert bereits Anfang 2017, Artem seine Karina erst im Laufe des nächsten Jahres. Auch den Empfang in Deutschland wird Artem Harutyunyan nicht vergessen. Bundespräsident Joachim Gauck gratulierte ihm persönlich in Frankfurt. Dort trug sich Harutyunyan ins Goldene Buch der Stadt ein. Rund 100 Familienangehörige und Freunde, darunter viele Boxer vom TH Eilbeck, unter ihnen Boxtrainer André Walther und Peter Hamel, der Präsident des Hamburger Amateur Boxverbandes, waren zur Stelle, als der Bronzemedaillengewinner in Hamburg landete.

Weltmeisterschaften 2017


Wie geht’s weiter nach diesem Erfolg? „Ich kann mir vorstellen, auch bei den nächsten Olympischen Spielen zu starten“, sagt der Boxer. Aber das erste Ziel sind die Box-Weltmeisterschaften 2017 in Hamburg. Da wird Artem Harutyunyan als Botschafter des Boxsports in Hamburg auftreten. Denn der hat nun ein neues Aushängeschild.
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