Hamburger Judo-Team ist Deutscher Meister

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Dominic Ressel (blau), hier bei seinem Sieg über den Wittener Martin Martijass, gewann alle seine drei Kämpfe in der Kategorie bis 81 Kilogramm vorzeitig Foto: Thomas Hoyer
 
Trainer Slavko Tekic, der Vater des Erfolges

Langersehnter Erfolg für Favoriten. Die Wandsbeker Sporthalle glich zeitweise einem Tollhaus

Von Thomas Hoyer
Wandsbek
Die fast vollbesetzte Wandsbeker Sporthalle glich am vergangenen Sonnabend zeitweise einem Tollhaus. Erstmals in der Geschichte dieses Wettbewerbs wurde das Hamburger Judo-Team Deutscher Mannschaftsmeister. Mit 7:6 schlugen die Gastgeber Titelverteidiger TSV Großhadern, nachdem sie zuvor im Halbfinale SUA Witten 10:4 ausgeschaltet hatten. In der ersten Auseinandersetzung wurden die favorisierten Hamburger, die ungeschlagen Meister der Bundesliga Nord geworden waren, ihrer Favoritenrolle voll gerecht, gewannen beide Kampfabschnitte vor einem begeisterten Publikum recht locker 5:2. Besonders imponieren konnte der lautstark von seinen Fans angefeuerte Ex-Bramfelder Dario Kurbjeweit Garcia, der in der Gewichtsklasse bis
90 Kilogramm bereits mit Waza-ari zurückliegend, Junioren-Vizeuropameister Karl-Richard Frey zwanzig Sekunden vor Ablauf der fünfminütigen Kampfzeit so am Boden fixieren konnte, dass dieser aufgeben musste. Nachdem die erste Hürde zum Titel mit Bravour genommen war, galt es die Spannung in der Truppe bis zum Finale hochzuhalten. Während der zweiten Halbfinalbegegnung, die Titelverteidiger TSV Großhadern mit 8:4 gegen den KSC Esslingen gewann, waren Trainer Tekic und seine Schützlinge nicht untätig geblieben, hatten die Auseinandersetzung genau beobachtet, ihre Schlüsse daraus gezogen und die Marschroute für das Finale festgelegt. Und Tekic hatte sogar noch einen Trumpf im Ärmel, der gleich zweimal stechen sollte: seinen zunächst geschonten Legionär, den Aserbaidschaner Orhan Safarov. Der Olympiafünfte von Rio gewann den Auftaktkampf in der Kategorie bis 60 Kilogramm mit „Ippon“. Nijat Shikhalizada (-66kg) und Trainersohn David Tekic (-90kg), der den schwedischen Fünftplatzierten von Rio, Markus Nyman, trotz eines Innenbandanrisses im linken Knie per Fußfeger („Ashi-barai“) vorzeitig besiegte, sorgten für eine beruhigende 3:0-Führung. Zwar verloren Aaron Hildebrand (-100kg) und Robin Wendt (+100kg) ihre Auseinandersetzungen, doch nach weiteren Siegen von Igor Wandtke (-73kg) und Dominic Ressel (-81kg) stand es bei „Halbzeit“ schon 5:2. Dann folgte der zweite Auftritt von Orhan Safarov, der diesmal dem deutschen Olympiateilnehmer Tobias Englmaier keine Chance ließ. Bereits mit Yuko und Waza-ari in Führung liegend, gewann der Vizeuropameister per Ippon. Vorausgegangen war eine klassische Kontertechnik („Ura-Nage“). Den am Ende entscheidenden Punkt zum 7:2 holte Nijat Shikhalizada (-66kg) mit einem Sieg über David Karle. „Selbst wenn der Gegner die übrigen fünf Kämpfe gewonnen hätte, wäre uns der Titel nicht mehr zu nehmen gewesen“, so Trainer Tekic. „Bei Gleichstand hätte die Unterbewertungsregel gegriffen, und da lagen wir mit sechs Ippon und einem Waza-ari, sprich 67 Punkten, schon uneinholbar vorne.“ So spielte es danach auch keine Rolle mehr, dass die Münchner mit vier Siegen auf 6:7 verkürzen konnten. Den siebenten Punkt des Gegners verhinderte Anthony Zingg (-73kg) mit einem Unentschieden. „Meine Mannschaft wollte heute unter allen Umständen gewinnen. Nach vier Halbfinalteilnahmen in den vergangenen Jahren hat es endlich geklappt“, freute sich Trainer Slavko Tekic. „Unser toller Teamgeist war mit entscheidend für den Erfolg.“

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