Historischer Schwertkampf im Jacobipark

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Zwei- bis dreimal in der Wochen trainieren die Freien Fechter zu Hamburg im Jacobipark in Eilbek Foto: Menzel

Freie Fechter zu Hamburg trainieren in Eilbek nach klassischem Vorbild

Von Siegmund Menzel
Eilbek
Der 45-jährige Christian Voß aus Eilbek hat sich sehr früh für Kampfsport als Freizeitbeschäftigung entschieden. Über die Künste Karate, Kung Fu und Thaiboxen mit vielen Turnieren kam er schließlich zum historischen Fechten. Anlass sei vor fünf Jahren eine LARP-Veranstaltung gewesen, bei der bewaffnete Konflikte im Live-Rollenspiel durch realistisch aussehende, aber ungefährliche Polsterwaffen simuliert werden. Besucher stellen ihre Spielfigur selbst dar. Zurzeit ist Christian Voß Gruppenleiter der Freien Fechter zu Hamburg, die wöchentlich zwei- bis dreimal im Jacobipark in Eilbek trainieren. Sie sind von Kopf bis Fuß mit Schutzbekleidung sowie mit Blankwaffen, wie das schwere Deutsche Langschwert, ausgerüstet. Die vierköpfige Gruppe sucht neue Mitstreiter. Sie sind herzlich willkommen, wie der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann mitteilte. Zur Gruppe gehört der 33-jährige Florian Kramp, der durch sein Interesse für das Treiben im Mittelalter beim historischen Fechten landete. Sein Hobby mache sehr viel Spaß. Der junge Mann betonte zudem den sportlichen Aspekt, denn Dinge wie Kondition, Konzentration und Koordination werden geschult. Kramp hatte sich als Jugendlicher von seinem ersten verdienten Geld ein Deko-Schwert gekauft. Zur Werbung sollen auch Auftritte bei Mittelalterfesten beitragen. So waren die Freien Fechter zu Hamburg in diesem Jahr beim Spektakel in Ludwigsburg an der Eckernförder Bucht dabei. „Wir präsentierten jedoch keine Schaukämpfe, unsere Kämpfe entstehen frei aus den erlernten Techniken und sollen eine angenommene Realität widerspiegeln“, sagte Christian Voß. Er hat daher viele Fachbücher über das historische Fechten studiert. Die Jacobiparkfechter versuchen, das System, von Johannes Liechtenauer ins Leben gerufen und von nachfolgenden Generationen fortgeführt, praktisch zu rekonstruieren. Liechtenauer war ein deutscher Fechtmeister des 14. Jahrhunderts und gilt als eine der zentralen Figuren in der Geschichte des europäischen Schwertkampfes. Historisches Fechten sei kein Kampfsport, sondern eine Kampfkunst, erklärte der Experte. Die Techniken würden aus einer Zeit stammen, in der Fechten der Selbstverteidigung diente. Der Gegner soll möglichst schnell und effektiv „kampfunfähig“ gemacht werden. Es gehe nicht wie beim Sportfechten um eine bestimmte Punktzahl, die mit einer elektronischen Trefferanzeige ermittelt wird. Beim Fechtsport gebe es wegen der Bahn nur Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen. Auch werden leichtere Waffen verwendet.

Weitere Infos: www.facebook.com/Fechter100
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