Meik Ehlert macht Schluss

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Meik Ehlert war nicht nur ein erstklassiger Spieler, sondern leistete auch als Trainer hervorragende Arbeit
 
Als Spieler Meik Ehlert knüpfte im zentralen Mittelfeld die Fäden Fotos: Hoyer

SC Condor Trainer verabschiedet sich vom „großen“ Fußball

Von Thomas Hoyer
Farmsen. Mit einem 4:1-Sieg im letzten Saisonspiel beim SC Vier- und Marschlande verabschiedete sich Meik Ehlert nach drei erfolgreichen Jahren als Trainer des SC Condor am vergangenen Wochenende aus dem Fußballgeschäft.
Meik Ehlert ging aus dem Nachwuchs des Farmsener TV hervor. Als C-Jugendlicher wurde er erstmals in die Hamburger Auswahl berufen. Nach einjährigem Gastspiel bei den B-Junioren des Bramfelder SV kehrte er zurück zum FTV. Ein Jahr nach seinem Wechsel in den Herrenbereich schloss er sich dem SC Condor an, der „sein Verein“ werden sollte. Auch höheren Orts wurde man auf die guten Leistungen des jungen Farmseners aufmerksam. Nicht nur die HSV-Amateure und St. Pauli buhlten um den talentierten Mittelfeldspieler sondern auch Michael Lorkowski, der damalige Coach von Hannover 96, dessen Ruf er 1991 in die Niedersachsenmetropole folgte. Er unterschrieb einen gut dotierten Vertrag in der 2. Bundesliga. Doch plötzlich gab es in der bis dahin so erfolgversprechenden Karriere zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt einen Rückschlag. Meik Ehlert erlitt ausgerechnet während der Vorbereitung auf sein Profidebüt durch einen Tritt in den Rücken eine Bandscheibenverletzung, die eine fast drei-
monatige Pause zur Folge hatte. „Das hat mich doch sehr zurückgeworfen“, erinnert sich Ehlert. Nur einmal kam der damals 21-Jährige in einem Punktspiel gegen Bayer Uerdingen zum Einsatz, kickte ansonsten bei Hannovers Amateuren, wo der spätere HSV-Profi Sergej Barbarez zu seinen Mannschaftskameraden zählte. Als sich Meik Ehlert wieder auf dem Sprung in die Bundesligatruppe befand, erwischte ihn neues Missgeschick, als er durch einen Insektenstich in den Arm eine Blutvergiftung erlitt, notoperiert werden musste und wieder einige Zeit ausfiel. Dennoch kann der sympathische Kicker unter dem Strich auch sportlich ein positives Fazit ziehen. Im Deutschen Pokalfinale besiegte Hannover 96 überraschend den Erstligisten Borussia Mönchengladbach im Elfmeterschießen mit 4:2. Zwar war Ehlert im Endspiel nur als Zuschauer auf der Bank dabei, doch hatte er in der 2. Hauptrunde gegen Bochum und im Halbfinale gegen Werder Bremen zum überraschenden Triumph des Zweitligisten beigetragen. Nach seinem einjährigen Engagement im Profifußball, dessen Fortsetzung letztlich an einer zu hohen Ablösesumme scheiterte, kehrte der gelernte Speditionskaufmann wieder zum SC Condor zurück. Sein Trainer hieß damals Wilfried Koletzko. Bis 2007 spielte Ehlert in der ersten Mannschaft, die 1996 mit dem Aufstieg in die damalige Oberliga Hamburg/ Schleswig Holstein ihren größten Erfolg feierte. Besonders freute sich der torgefährliche Mittelfeldspieler, dass er am Ende seiner Ligakarriere zum Ehrenspielführer des SC Condor ernannt wurde. Seine Fußballstiefel hat der 41-Jährige bis heute nicht an den Nagel gehängt. Noch immer kickt er bei den Senioren seines Vereins.

„An Familie denken“

Auch als Trainer machte sich Meik Ehlert einen guten Namen, zunächst zwei Jahre als Assistent von Matthias Bub, ab April 2010 als Nachfolger von Mike Breitmeier für die vier letzten Saisonspiele als hauptverantwortlicher Coach und rettete das Team in letzter Sekunde vor dem drohenden Abstieg aus der Oberliga. „Eigentlich war mein Trainerengagement nur als Zwischenlösung gedacht“, sagt der begeisterte Camper, der mit Tochter Leonie (2) und Frau Christine in Rahlstedt lebt. „Dann habe ich Lunte gerochen und einen Vertrag unterschieben.“ Drei Jahre lang trainierte er das Team, erreichte dabei die Plätze drei, sieben und fünf. „Ich muss endlich mehr an meine Familie denken und bin zudem in neuer verantwortungsvoller Position bei meinem Arbeitgeber, der DAK, voll eingespannt“, erklärt Meik Ehlert seinen Rückzug. „Man soll niemals nie sagen, aber sobald kommt ein neuer Trainerjob für mich nicht mehr in Frage.“
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