Neues Domizil

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Trainingsbetrieb in der Sporthalle Eilbektal: Ole Peters legt seinen Bruder Steffen mit einem „Überstürzer“ auf die Matte.
 
Sportwart Manfred Lüders ist froh, dass seine Aktiven eine neue Trainingsstätte gefunden haben. Der 65-Jährige erkämpfte während seiner aktiven Zeit als Ringer zahlreiche Hamburger und Norddeutsche Meistertitel. Fotos: Thomas Hoyer

Wandsbeker Athleten-Club trainiert jetzt im Eilbektal

Eilbek/Wansbek. Aufatmen beim Wandsbeker Athleten-Club: Nach zähem Ringen der Verantwortlichen, allen voran Sportwart Manfred Lüders, wurde dem vermutlich ältesten Schwerathletik-Verein Europas mit der Halle Eilbektal 35 eine neue Trainingsstätte zugewiesen, nachdem man die seit mehreren Jahrzehnten genutzte Halle der Medienschule Wandsbek im Eulenkamp wegen Abriss und Neubau Anfang November hatte verlassen müssen. Inzwischen läuft der Übungsbetrieb wieder reibungslos.

Neue Trainingsstätte

„Wir sind alle mächtig erleichtert über diese Lösung“, so Manfred Lüders. „Ansonsten hätten wir unseren Club dicht machen können. Mehr als ein Jahr auf die Eröffnung der neuen Halle zu warten, hätte der Verein nicht verkraftet. Die Aktiven wären uns weggelaufen.“ Umso mehr freut sich der Sportwart, dass seine derzeit 60 Ringer wieder zweimal in der Woche auf der Matte stehen können, sei es als reine Freizeitsportler oder Wettkämpfer, die an Turnieren und Meisterschaften teilnehmen.
Besonders glücklich ist man, dass in den letzten Monaten dank verschiedener Werbaktionen wieder zahlreiche Kinder und Jugendliche den Weg zum Ringen gefunden haben, darunter auch junge Kämpfer aus dem Iran, der Türkei und Afghanistan, wo die traditionelle Sportart weit höher im Kurs steht als hierzulande. Derzeitige Aushängerschilder sind seit Jahren die beiden mehrfachen Hamburger Meister Ole und Steffen Peters, die auch Trainer Mohammad Masteri bei seiner Arbeit unterstützen.

Ziel: Die Oberliga

Ziel der Verantwortlichen ist es, nach der Rückkehr 2014 in den Neubau am Eulenkamp, eine eigene Mannschaft für den Oberligabetrieb zu melden. Dann soll auch das beliebte, bereits 26 Mal veranstaltete Heini-Lüders-Gedächtnis-Turnier verbunden mit dem „Preis von Wandsbek“ für den Nachwuchs wieder stattfinden.
Unter dem Motto „Den Körper durch Ringen, Gewichtheben und Rasensport kräftigen“ wurde der Wandsbeker Athleten-Club 1879 gegründet. Viele Erfolge von WAC-Sportlern datieren aus den 1920-er- und 1930-er Jahren. Anlässlich des 50. Geburtstags - zu dieser Zeit zählte der Verein rund 120 Mitglieder - öffnete eine Kunstkraftsportabteilung ihre Pforten. Da fast alle Aktiven zur Wehrmacht einberufen wurden, musste der Sportbetrieb von 1942 bis 1947 eingestellt werden. In den folgenden Jahren gelang es dem damaligen 1. Vorsitzenden Heini Lüders den nur noch 30 Mitglieder zählenden Verein wieder auf die Beine zu bringen. Auch die Erfolge blieben nicht aus, fanden im Gewinn vieler Meisterschaften ihren Niederschlag. Bis zum Mauerbau gab es zahlreiche Freundschaftskämpfe mit DDR-Sportvereinen. Doch in der Folge wurde das Interesse an der Schwerathletik im norddeutschen Raum zusehends geringer. Zudem verließen die Gewichtheber 1967 den Verein, da der Boden in der im Jahr zuvor in Betrieb genommen Sporthalle Eulenkamp einer derartigen Belastung nicht standhielt. 1970 musste auch die Kunstkraftsportabeilung mangels Nachfrage aufgelöst werden.
Seitdem hat sich der WAC, dem anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums 1979 für sein langjähriges Wirken und seine Verdienste die Sportplakette des Bundespräsidenten verliehen wurde, ganz auf das Ringen konzentriert.
Im Wandsbeker Athleten-Club sind jederzeit Kinder ab sechs Jahren, Jugendliche und Erwachsene willkommen, die Interesse haben, das traditionelle Ringen zu lernen (Freistil und Griechisch-Römisch).
Trainingszeiten in der Sport-halle Eilbektal 35 sind dienstags und freitags von 18 bis 20 Uhr (Nachwuchs) beziehungsweise 20 bis 22 Uhr. Interessierte können vier Wochen kostenlos schnuppern. Der monatliche Mitgliedsbeitrag beläuft auf
6 und 8 Euro (bis 17 Jahre/Erwachsene).
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