Pokal-K.o. in Hamburg-Billstedt

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Florian Völker (r.) versucht Billstedts Christopher Tian zu stoppen Fotos: Thomas Hoyer
 
Trainer Neben ist schwer enttäuscht von der Vorstellung seiner Truppe

Bernes Kicker enttäuschen auf ganzer Linie. Trainer vermisst Leidenschaft

Von Thomas Hoyer
Hamburg. Mit hängenden Köpfen und vom Regen durchnässt schlichen die Kicker des Tus Berne am vergangenen Sonntag vom Platz an der Möllner Landstraße. Beim eine Klasse tiefer spielenden Kreisligisten SV Billstedt-Horn gab es im Achtfinale des Oddset-Pokals nach einem über weite Strecken schwachen Auftritt eine verdiente 1:3-Niederlage. Umso enttäuschender, weil man eine Runde zuvor noch den Landesligisten SC Vorwärts-Wacker sensationell mit 3:1 bezwungen hatte.

Leistungstief

Von ihrer Leistung beim 7:2-Sieg im letzten Punktspiel gegen den SC Urania waren die Berner von Beginn an meilenweit entfernt. Der Gegner dominierte gerade in der Anfangsphase die Partie, und wäre nicht wenigstens Keeper Sebastian Miotke sofort hellwach gewesen, hätte es nach einer guten Chance des Gegner bereits in der 5. Minute 0:1 gestanden. Danach verging eine Viertelstunde, ehe das Team von Trainer Frank Neben erstmals gefährlich vor das Tor der Platzherren kam. Ein Seitfallzieher von Sören Liesener verfehlte nur knapp das Gehäuse. In der Folge agierten die Billstedter weiter leicht feldüberlegen, ohne dabei allerdings zu Chancen zu kommen. In der 43. Minute gab es dann die zweite Möglichkeit für Berne, als die gegnerische Abwehr bei einem von Dennis Facklam aus der eigenen Hälfte getretenen hohen Freistoß nicht im Bilde war.

Das Leder landete bei Benjamin Kuschma, dessen Schuss jedoch knapp am Tor vorbeistrich. Kurz darauf fand auch ein Kopfball der Billstedter nicht sein Ziel. Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel legten die Berner dann mit ihrem bisher besten Angriff das 1:0 vor. Benny Marschall traf nach flacher Hereingabe von Maik Rubbert zur 1:0-Führung. „Da dachte ich tatsächlich, meine Spieler hätten den Schalter umgelegt“, so Frank Neben, der Mitte Oktober an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt war und Tom Woltemath als Trainer abgelöst hatte.
Doch der Coach täuschte sich. Die Billstedter waren bei inzwischen einsetzendem Regen von dem Rückstand nämlich wenig beeindruckt. Zunächst konnte Keeper Miotke noch eine Kopfballchance des Gegners vereiteln (56.), doch beim Ausgleichstreffer, einem Flachschuss von Alexander Koch aus zwölf Metern, war Bernes Schlussmann machtlos. (62.). Nur 120 Sekunden später vergaben die Billstedter ein Riesenchance zum 2:1. Der zweite Gegentreffer ließ dann aber nicht lange auf sich warten. Nach Flanke und Kopfballverlängerung brachte Jan-Henning Schröder die Platzherren in Führung (72.).

Der Bezirksligist hatte dem Kampfgeist des Gegners nicht viel entgegenzusetzen und kam nur noch einmal gefährlich vor dessen Tor. Bei einer Kopfballchance, bei der ihm das Leder über den Scheitel rutschte, sah Tim Hochheiser den besser postierten Mirco Albrand nicht (85.). Zwei Minuten vor dem Abpfiff erzielte Jannik Bordiehn gegen Bernes entblößte Abwehr das Endergebnis von 3:1.

Leidenschaftslos

„Der Gegner hat zweifellos verdient gewonnen. Bei meiner Truppe habe ich heute die notwendige Leidenschaft vermisst“, so Trainer Neben. „Dass wir ersatzgeschwächt antreten mussten und auf Kunstrasen trainieren und spielen, darf keine Ausrede sein. Ich bin sehr enttäuscht darüber, wie man ein Spiel so einfach hergeben kann. Meine Mannschaft hat wohl gedacht, dass 50 bis 60 Prozent an Einsatzbereitschaft ausreichen, um einen Kreisligisten zu schlagen. Es ärgert mich sehr, wenn man nicht alles gibt.“
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